Für ihn ist schon Weihnachten

Stendaler unterstützt Zirkus-Familie bei Showplänen zum Fest

Für Hans-Jürgen Fritz, einen waschechten Altmärker, gehören Jahrmarkt und Zirkus einfach zum Leben dazu. Eine Spieluhr daheim zeugt von der Begeisterung.
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Für Hans-Jürgen Fritz, einen waschechten Altmärker, gehören Jahrmarkt und Zirkus einfach zum Leben dazu. Eine Spieluhr daheim zeugt von der Begeisterung.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Stendal – Hans-Jürgen Fritz hört nach der Ankündigung der Zirkusfamilie Spindler schon die Festtagsglocken läuten.

„Ein Weihnachtszirkus in Stendal wäre eine Attraktion für uns Einheimische und ein Magnet für Gäste aus nah und fern“, ist er im Gespräch mit der AZ fest überzeugt. Eine eigene Initiative des Altmärkers verlief vor zwei, drei Jahren noch im Sand. Auch deshalb unterstreicht Fritz: „An der Stadt vorbei läuft nichts, Politik und Verwaltung müssen sich zu einem solchen Vorhaben bekennen. “ Der Oberbürgermeister sollte Schirmherr sein. Schließlich könnte der Weihnachtszirkus jedes Jahr stattfinden und zu einer echten Tradition werden. „Andere Städte machen es vor, der Einsatz lohnt sich. “.

Der Stendaler, Ende 60, hat viele Jahre in der öffentlichen Verwaltung gearbeitet. Auch damals schon gehörten Karussells und andere Schaustellerangebote sowie natürlich der Zirkus für ihn einfach zum Leben dazu. Das Stadt- und Spargelfest in Osterburg hat Fritz mehrere Jahre federführend koordiniert, ehrenamtlich, seit 2014 trat er in dieser Sache deutlich kürzer. Nach dem AZ-Bericht vor wenigen Tagen haben Zirkustochter Alicia Spindler und der Altmärker Fritz schnell über das Telefon zueinandergefunden. Künstlerische Fragen habe die Familie bereits geklärt, ein Mietvertrag für den Stendaler Schützenplatz zum Jahreswechsel mit der Stadt sei abgeschlossen, will Fritz bereits wissen. Offiziell bestätigt ist dies allerdings noch nicht.

Spindler hatte gegenüber der AZ nicht unbedingt von einem Weihnachtszirkus sprechen wollen, um einen möglichst eigenen, unverwechselbaren Weg gehen zu können. Die junge Frau redet erst einmal lieber von der „Altmärker Weihnachtsshow“. Circus Voyage gastierte bereits in diesem Monat in Stendal und schlägt, so ist es jedenfalls bislang geplant, vom 23. Dezember bis 5. Januar ein weiteres Mal in diesem Jahr seine Zelte in der Hanse- und Rolandstadt auf. Für eine Premiere, die auch auf Publikum außerhalb der Region abzielt. Die Spindlers betreiben bereits in Berlin einen Weihnachtszirkus, ihn soll es weiterhin geben, auch wenn es dort momentan nicht einfach sei. Die Familie scheint groß genug, neue Ideen für Stendal sollen her.

Heiligabend in der Manege: Fritz kann das Projekt nur begrüßen und verweist unter anderem auf Heilbronn, Offenburg und Krefeld. In diesen Städten, wenn auch größer als Stendal, hätte das Modell Weihnachtszirkus Fuß gefasst und bereichere das kulturelle Leben. Für einen Weihnachtszirkus in der Kreisstadt Stendal spreche auch, dass es der einzige zwischen Magdeburg und Schwerin wäre. „Damit lässt sich doch arbeiten.“ Zumal auch die Stadt Geld daran verdiene, allein die Standgebühr dürfte pro Tag 500 Euro betragen, unterm Strich mache das locker einen mittleren vierstelligen Betrag. Fritz sieht Kinder und Erwachsene schon mit großen Augen zu Weihnachten im Zelt sitzen.

VON MARCO HERTZFELD  

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