Zukunftskonzept lässt weiter auf sich warten / Stadtsprecher: Corona schuld

Dem Stendaler Tiergarten fehlen die Visionen

Mit diesem Bild wurde Rauschebart Uschi zu Weihnachten über Stendal hinaus bekannt. Das Eichhörnchen polsterte sich sein Nest mit Kaschmirwolle aus. Uschi ist Geschichte, Eichhörnchen gibt es neue und der Tiergarten sucht noch sein Konzept.
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Mit diesem Bild wurde Rauschebart Uschi zu Weihnachten über Stendal hinaus bekannt. Das Eichhörnchen polsterte sich sein Nest mit Kaschmirwolle aus. Uschi ist Geschichte, Eichhörnchen gibt es neue und der Tiergarten sucht noch sein Konzept.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Stendal – Dem Tiergarten Stendal fehlt ein nötiges Konzept für die Zukunft, eigentlich sollte es im Herbst vorgestellt werden. Verschoben wurde es nicht das erste Mal.

„Ende letzten Jahres wurde der damalige Entwurf wegen fehlender Vision von vielen Seiten harsch kritisiert, woraufhin die Verwaltung diesen zurückzog und nachbessern wollte“, weiß Rathaussprecher Armin Fischbach. Dazu sollte auch der Tiergartenförderverein stärker einbezogen werden. Doch dann habe Corona allen einen Strich durch die Rechnung gemacht, heißt es weiter.

Durch die Pandemie fielen zusätzliche Arbeiten an, der Konzeptentwurf wurde zur Nebensache. „Insbesondere das angezogene Reinigungsregime, der Umbau der Arbeitsplätze sowie die Anschaffung von diversen Schutz- und Reinigungsmitteln haben die Kollegen im Fachamt auf Trab gehalten“, so Fischbach. Konkrete Abstimmungen zwischen Verein der Tiergartenfreunde, Amtsleiterin und Tiergartenleitung fehlen noch. Ein Treffen wurde bereits mehrfach anberaumt und wieder verschoben, coronabedingt.

Ein Konzept habe zunächst einmal keinen Einfluss auf die täglich anfallenden Arbeiten. „Der Tiergarten öffnet täglich mit seinen Angeboten, unabhängig vom Vorliegen eines Konzeptes. Dieses diene ja vorrangig als Bilanz für den Stadtrat und der Darstellung nächster Vorhaben. Dennoch sei ein solches Papier durchaus ein „bedeutendes Element für die Zukunftsplanung“. Einrichtungen wie diese trügen „einiges zur Attraktivität und Familienfreundlichkeit einer Stadt“ bei, redet Fischbach das Ganze erst gar nicht klein.

Das stetige Streben nach Verbesserung sei nun einmal auch die beste Möglichkeit, etwas zu bewahren. Und ganz aktuell: „Der Tiergarten ist aus unserer Perspektive durchaus gut aufgestellt, auch wenn es natürlich immer noch Verbesserungspotenzial gibt.“ Circa 69 000 Menschen besuchten bis Anfang Dezember die Einrichtung, und ein paar Tage bleiben ja für die Bilanz noch. Die genannte Zahl entspricht dem Mittelwert der vergangenen vier Jahre, überraschenderweise, wie Fischbach selbst meint. Corona hat nicht alles vermiest.

Die Pandemie habe der Zookasse „keinen signifikanten Schaden zugefügt“, schätzt der Stadtsprecher ein. „Die Schließzeit wurde offenbar durch mehr Besucher in den restlichen Monaten ausgeglichen.“ Womöglich sei das auch auf die stark reduzierten Reisemöglichkeiten zurückzuführen. Der Tiergarten entstand übrigens 1934 und wurde nach der Zerstörung im Krieg ab 1952 wieder aufgebaut. Dieses Jubiläum soll 2022 gefeiert werden. Konkrete Pläne existieren noch nicht, Gespräche mit dem Verein wird es 2021 geben.

Noch ein kurzer Blick auf die Baustelle des neuen Kiosks. Seine Prognose zuletzt sei offenbar doch zu optimistisch gewesen, lässt Fischbach auf AZ-Nachfrage wissen. Zuarbeiten zumindest für eine Teilbaugenehmigung in diesem Jahr fehlten nach wie vor. Ähnlich hatte sich auch schon Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) im Stadtrat geäußert. Das Areal befinde sich ja nah an Stadtsee und Uchte und in einem Überschwemmungsgebiet, Genehmigungen der Wasserbehörde stünden noch aus.

Ob vielleicht doch noch wenigstens die Bodenplatte in diesem Jahr gesetzt werden kann, wird sich zeigen. Und ja, die Stadt überlege, im Frühjahr bis zur Fertigstellung des Kiosks eine mobile Versorgung für Speis und Trank zuzulassen. Steffen Roske hatte sich in der Einwohnerfragestunde der Sitzung beim Oberbürgermeister nach der Versorgung der Zoobesucher erkundigt.

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