Bürgerbewegung zieht 370 Anhänger und 500 Gegner in die Innenstadt

Stendaler auf der Straße

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Am Sperlingsberg hatten sich die Gegendemonstranten des „Spaziergangs“ der „Bürgerbewegung Altmark“ versammelt. Erst wurden sie von Hamburger Gittern und dann zusätzlich von Einsatzfahrzeugen der Polizei vom demonstrierenden Zug getrennt.

Stendal. Fazit der Exekutive für den gestrigen Nachmittag: zwei Strafanzeigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, eine wegen Beleidigung sowie einen Platzverweis, da Pfefferspray mitgeführt wurde.

Zeitweise seien es nach polizeilicher Zählung etwa 370 Menschen gewesen, die sich dem „Spaziergang“ von Organisator Martin Knaak angeschlossen hatten, welcher vom und wieder zurück zum Winckelmann-Platz führte. Der Kundgebung am besagten Platz hatten sich gegen 15 Uhr offiziellen Angaben zufolge 210 Personen angeschlossen. Einige Zaungäste, die in Hörweite dem Geschehen folgten, seien nicht so einfach der Kundgebung „Bürgerbewegung Altmark“ zuzuordnen gewesen. Deren Gegner hatten sich bereits ab zirka 14 Uhr am Sperlingsberg versammelt. Etwa 500 Menschen hatten sich dort unter dem Motto „Herz statt Hetze“ zusammengefunden und warteten auf die „Spaziergänger“.

Gegen 16.20 Uhr kam es dann zur Begegnung beider Lager, die lautstark ihre Meinung verkündeten. Jene, die gegen „religiösen Fanatismus“ und mit Deutschland- sowie Kaiserreichsflagge durch die Breite Straße schritten, riefen unter anderem Worte wie „Sieg“, „Merkel muss raus“, „Unsere Fahne, unser Land...“, „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ oder „Wir sind das Volk“.

Die Gegner am Sperlingsberg antworteten mit einer Aktion. „Wir lassen die besorgten Bürger einen unfreiwilligen Spendenlauf veranstalten“, heißt es auf einem Flugblatt. So waren alle aufgerufen, für jeden der „Bewegung und dessen zurückgelegte zwei Kilometer“ mindestens drei Euro zu spenden. Die Einnahmen sollen für Begegnungsprojekte zwischen Geflüchteten und hier lebenden Menschen genutzt werden.

Von Alexander Postolache

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