„Unendlich sind diese Vorräte nicht“

Stendaler Stadtwerke-Sprecher: Trinkwasser-Mengen schon ähnlich hoch wie im Vorjahr

Ein Glas läuft voll Trinkwasser. Der menschliche Körper ist regelrecht auf Wasser angewiesen.
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Ein Glas läuft voll Trinkwasser. Der menschliche Körper ist regelrecht auf Wasser angewiesen.
  • Marco Hertzfeld
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Stendal – Trockenheit ist ein Fluch. Menschen sorgen sich um den so lebenswichtigen Quell direkt aus dem Hahn.

Inwieweit es bei der Versorgung mit Trinkwasser Probleme gibt, dazu äußert sich Stadtwerke-Sprecher Rolf Gille.

Es droht ein weiterer extremer Sommer. Inwiefern müssen sich die Stendaler auf Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung einstellen?

Rolf Gille, Sprecher der Stadtwerke.

Gille: Derzeit rechnen wir mit keinen Einschränkungen für die nächste Zeit, trotz der extrem warmen Witterung. Beide Wasserwerke in Uenglingen und am südlichen Stadtrand laufen im Regelbetrieb, fördern Grundwasser und das im Prinzip seit 1901. Die Wasserförderung wird durch die sogenannte wasserrechtliche Genehmigung durch den Landkreis Stendal gestattet und hinsichtlich der Qualität und Menge unter anderem von diesem überwacht.

Über wie viel Wasser reden wir eigentlich?

Im vergangenen Jahr haben wir rund 2,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gefördert und ins öffentliche Netz eingespeist. Damit lag die Menge im Jahr 2018 circa zehn Prozent über der des Vorjahres. Das führen wir insbesondere auf den warmen Sommer zurück. Zurzeit liegen die Fördermengen ähnlich hoch wie schon im Vorjahr.

Für welches Gebiet sind die Stadtwerke zuständig?

Unser Versorgungsgebiet umfasst die Kernstadt von Stendal und die Ortsteile Borstel und Wahrburg. Alle anderen Ortsteile Stendals werden vom Wasserverband Stendal-Osterburg versorgt.

Was muss passieren, damit Stendal und Umgebung das Wasser ausgeht?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Da habe ich keine Vorstellungen.

Ihre Kollegen in der Colbitz-Letzlinger Heide, die nicht zuletzt die Landeshauptstadt versorgen, hoffen auf ergiebige Niederschläge im Herbst, damit sich die Grundwassser-Ressourcen auffüllen. Für wann wünschen sich die Stadtwerke Regen?

Ein abwechslungsreicheres Wetter mit Regen wäre für Mensch und Natur sicher sehr hilfreich. Wir raten daher zu einem sorgsamen Umgang mit Trinkwasser.

Woher kommt eigentlich das Trinkwasser für Stendal und sind die Vorräte tatsächlich unendlich?

Das Stendaler Trinkwasser wird aus dem Grundwasser in circa 100 Meter Tiefe gefördert. Es ist durch Wasserschutzgebiete um diese Tiefbrunnen herum geschützt. Unendlich sind allerdings auch diese Vorräte nicht.

Wie und warum muss das Stendaler Trinkwasser aufbereitet werden?

Es erfährt nur eine geringfügige Bearbeitung durch eine mechanische Belüftung und wird gefiltert. Eine Beimengung von Fremdstoffen oder gar Chemikalien erfolgt nicht.

Wie gesund ist das Stendaler Wasser und kann es auch bei der Zubereitung von Babynahrung eingesetzt werden?

Es entspricht den Vorschriften der Trinkwasser-Verordnung in der aktuellen Fassung von 2018 und wird regelmäßig geprüft. Beanstandungen gibt es nicht. Es kann daher uneingeschränkt genutzt werden.

Das Wasser der Kreisstadt gilt als besonders hart. Kaffeemaschinen und Wasserkocher verkalken oftmals recht schnell.

Das Trinkwasser in Stendal hat eine Gesamthärte von 15 beziehungsweise 18,6 Grad dH (Deutsche Härte) und ist im Sinne des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes hart. Dies beeinträchtigt die Qualität des Trinkwassers aber keineswegs. Beim Erhitzen des Wassers lässt es sich nicht vermeiden, dass Kalk ausfällt.

Kalkbefall kann ja aber schon nerven. Was machen Sie in solchen Fällen ganz privat dagegen?

Meistens nutze ich Zitronensäure oder Essig, um die Kaffeemaschine und den Wasserkocher zu reinigen.

Hat Stendals Trinkwasser sonst irgendwelche Besonderheiten?

Sind mir nicht bekannt.

Inwieweit gibt es bestimmte Werte, die kritisch oder grenzwertig sind?

Sind mir auch nicht bekannt.

Was unterscheidet Wasser aus der Leitung von dem aus Flaschen aller Art?

Zunächst die Frische. Das Wasser in Flaschen ist zudem deutlich teurer.

Momentan ist es wieder besonders heiß und trocken, inwiefern reicht Ihnen da das ganz normale Wasser aus dem Hahn?

Zu 100 Prozent, aber ehrlicherweise trinke ich auch gerne einmal wasserhaltige Getränke wie einen Orangensaft oder ein Bier. Ohne den Becher Kaffee beginnt mein Tag nicht. Aus Sicht der Energieaufnahme ist natürlich ein Glas Wasser immer gesünder, weil kalorienfrei.

VON MARCO HERTZFELD

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