Verein Kinderstärken startet Online-Pinnwand

Stendaler Stadtentwicklungskonzept: Beteiligung für Jugendliche

Ein Bildschirm auf dem die Online-Pinnwand der Kinderinteressenvertretung gezeigt wird.
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Jugendliche können sich auf verschiedenen Wegen am Stadtentwicklungskonzept beteiligen. Eine Möglichkeit bietet eine Onlinepinnwand.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Das Stadtentwicklungskonzept liegt bereit, um mit Vorschlägen und Anregungen ergänzt zu werden. Um es jungen Menschen leichter zu machen, hat Kinderstärken eine Online-Pinnwand erstellt.

Stendal – Das Stadtentwicklungskonzept der Hansestadt Stendal ist mittlerweile öffentlich und liegt zur Beteiligung aus. Ganz einfach ist das jedoch, gerade für die jüngeren Mitbürger, nicht. 64 Seiten umfasst das Dokument, in dem verschiedenste Themen vom kulturellen Leben, Mobilität und Umweltschutz behandelt werden. „Das ist sehr undurchsichtig, wenn man sich nicht mit beschäftigt“, erklärt Janine Kaminski (ehemals Rösicke) von Kinderstärken, Ansprechpartnerin für Kinder und Jugendliche in der Kinderinteressenvertretung der Hansestadt. Selbst Erwachsene würden sich das Dokument vermutlich nicht komplett durchlesen – für junge Menschen sei diese Hürde dann noch einmal höher. Deshalb hat sie einen Weg gesucht, um die Beteiligung an dem Prozess offener und niedrigschwelliger zu gestalten.

Einen Mangel im Konzept, das den Aufruf zur Beteiligung der Jugend ausgelöst hat, gebe es jedoch nicht, stellt sie ebenfalls klar. Es gehöre zum normalen Verlauf und auch ihrer Aufgabe, den jungen Menschen in der Stadt Gehör zu verschaffen. Beispielsweise könnten einige im Konzept vorgeschlagene Maßnahmen zu eng gefasst sein und mit den Anregungen der Bürger erweitert werden.

Die Beteiligung kann mit dem Projekt der Kinderinteressenvertretung auf verschiedenen Wegen erfolgen. Zum einen können sich Interessierte direkt an Kaminski wenden und Vorschläge unterbreiten. Dafür ist sie unter Tel. (03931) 5209 216 oder mobil unter Tel. (0173) 7518 824 zu erreichen. Ganz niedrigschwellig hört sie sich auch Sprachnachrichten über Messengerdienste an und liest sich E-Mails durch, die an janine.kaminski@kinderstaerken-ev.de gesendet werden. Erreichbar ist sie auch über den Instagramkanal „Kinder_staerken_ev“.

Zentrales Mittel, um Anregungen zu erhalten ist aber eine digitale Pinnwand, „Padlet“ genannt. Unter https://padlet.com/janinekaminski/5ns2s99knou98wmz können Ideen „mit einem Zwinkern und einem Lächeln“, wie es auf der Homepage heißt, aufgeschrieben, kommentiert und mit Herzchen versehen werden. Das Ganze solle keine ganz trockene Sache sein, erklärt Kaminski das gewählte Motto. Obwohl der Aufruf erst gestern veröffentlicht wurde, haben sich bereits einige Personen beteiligt. Weniger Müll am Stadtsee, eine Aufwertung der leer stehenden Ladengeschäfte und eine verstärkte Kontrolle von Rasern in Spielstraßen wurden unter anderem angeregt. Dass gleich verschiedene Themen aus den Handlungsfeldern Attraktives Wohnen, Lebendige Innenstadt und Mobilität angesprochen werden, überrascht Kaminski nicht. Sie sei nicht mit einer festen Vorstellung an das Projekt herangegangen, was für die Jugendlichen bewegende Punkte sein könnten, denn: Diese ließen sich nicht alle über einen Kamm scheren. „Wer mit den jungen Leuten spricht, merkt, dass ihre Interessen in ganz viele verschiedene Richtungen gehen.“

Menschen sollen sich auch beteiligen können, ohne das gesamte Konzept gelesen zu haben und ohne ihre Anregungen einer bestimmten Maßnahme zuordnen zu müssen. Das bedeute auch ein wenig mehr „Übersetzungsarbeit“ für Kaminski, aber dafür sei sie schließlich da, stellt sie fest. „Wir müssen gucken, was an Ideen reinkommt und wie die umgesetzt werden können“, erläutert Kaminski. Sollte beispielsweise der Wunsch nach einem Jumphouse, einem Trampolinpark, geäußert werden, würden viele sagen, dass ein solches Projekt zu teuer sei. „Aber was steht dahinter?“, fragt die Ansprechpartnerin. Es sei der Wunsch nach mehr Bewegungsmöglichkeiten, eine mögliche Umsetzung dessen sei es, Trampoline auf Spielplätzen zu installieren. Diese Übersetzungsarbeit führe dazu, dass Ideen, die sonst möglicherweise übersehen würden, einen Weg in das Konzept finden können. Die Dolmetscherarbeit benötigt jedoch Zeit: Noch bis zum 1. Juli können sich Interessierte an Kaminski wenden, damit sie genug Zeit hat, alles bis zum festgelegten Termin zusammenzufassen und in das städtische Planungsamt weiterzuleiten.

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