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Stendaler Rathaus schaltet seine Lichter aus

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Von: Stefan Hartmann

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Ein kaum beleuchteter Gang im Stendaler Rathaus.
Beleuchtung wie vor 500 Jahren: Abgesehen von der Notbeleuchtung werden die Rathausgänge momentan nur vom natürlichen Licht erhellt. © Hartmann, Stefan

Energiesparen ist auch im Stendaler Rathaus das Thema der Stunde. So wird unter anderem auf die Beleuchtung von Tangermünder und Uenglinger Tor verzichtet. Im Rathaus passiert noch mehr.

Stendal – Dass in der Stadt Stendal die Lichter ausgehen liegt nicht an Stromausfällen, sondern an geplanten Maßnahmen: Auch die Stadtverwaltung will Energie sparen und verzichtet deshalb unter anderem auf die Beleuchtung des Rathauses, des Tangermünder und Uenglinger Tors.

Dort hören die Maßnahmen aber nicht auf. Auch im Inneren der Stadtverwaltung wird es dunkel, wie sich unter anderem direkt im Rathaus zeigt. Das einzige Licht, das auf dem Gang, der zum Rathaussaal führt, noch leuchtet, ist das, das auf den Notausgang hinweist. Sonst müssen sich Besucher auf das natürliche Licht, das durch die Fenster fällt verlassen. Während das Gebäude, das im späten Mittelalter erbaut wurde, noch recht kühl ist, könnte sich das bald ändern: Erst ab 28 Grad Celsius Raumtemperatur dürfen derzeit Klimageräte eingeschaltet werden. Damit die städtischen Mitarbeiter das überprüfen können, sind die Büros mit Thermometern ausgestattet worden, wie Stadtsprecherin Susanne Hellmuth auf AZ-Nachfrage erklärt. Wo möglich werden die Leuchtmittel mit LEDs ersetzt. Bewegungsmelder in den Fluren sollen künftig dafür sorgen, dass Licht nur bei Benutzung eingeschaltet wird.

Es soll aber nicht einfach heißen „Licht und Klimaanlagen aus“ und dann hat es sich mit den Maßnahmen. Auch Computer und Endgeräte der Mitarbeiter werden während der Pausen abgeschaltet. Dauerhaft außer Betrieb sind private Kühlschränke und Lüfter. Auf nicht dringend erforderliche Fahrten mit Dienstwagen soll verzichtet werden. Stattdessen soll auf Videokonferenzen oder auf das Dienstfahrrad gesetzt werden.

Ein bisschen Bürokratie gehört natürlich auch dazu. Während alle Mitarbeiter für die Einsparmaßnahmen sensibilisiert wurden, haben einige zusätzliche Aufgaben erhalten. Es wurden „Energiekontrolleure“ für Bereiche und Ämter benannt, die in regelmäßigen Abständen die Einhaltung der Maßnahmen überprüfen. Zu Beginn der Heizperiode sollen weitere Maßnahmen zum Energiesparen ergriffen werden, informiert Hellmuth.

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