Anmeldung zur dezentralen Impfaktion ab 15. März / Termine ab 20. April

Stendal will per Brief über Impfung informieren

Der Eingangsbereich der Mehrzweckhalle des Berufschulzentrums in Stendal.
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Zusätzlich zum bisherigen Angebot an der Osterburger Straße soll in der Mehrzweckhalle des Berufsschulzentrums in großer Menge geimpft werden.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Kommenden Montag soll die Anmeldung für die dezentralen Impfungen für Stendaler Bürger beginnen. Alles, was die Einwohner dafür wissen müssen, will die Hansestadt per Brief mitteilen. 

Stendal – Die Wahl fällt auf den Brief. Auch wenn die Worte „Brief“ und „Wahl“ bei den meisten Stendalern andere Erinnerungen wachrufen, geht es nicht um die Affäre von 2014.

Bei dem dezentralen Impfangebot, das im April im Landkreis beginnen soll, sind die jeweiligen Gemeinden in der Pflicht, ihre über 80-jährigen Bürger über das Angebot aufzuklären. Während es in kleineren Orten theoretisch möglich sein könnte, so der städtische Pressesprecher Philipp Krüger, die entsprechenden Bürger anzurufen, sei dieser Weg in der Hansestadt und ihren Ortsteilen nicht praktikabel. Ganz abgesehen davon, dass es noch unklar sei, ob es datenschutzrechtlich möglich sei, beispielsweise Ortschaftsratsmitglieder für „Haustürinformationen“ mit entsprechenden Listen auszustatten und loszuschicken. Die erste Wahl fällt also für die Stadtverwaltung auf den Brief. „Zusätzlich werden wir weitere Medien, wie die örtliche Presse und unsere Internetseite nutzen“, erklärt Krüger auf AZ-Anfrage.

Wer dann über sein Impfangebot informiert wurde, könne sich ab dem 15. März bei der Hansestadt per Telefon anmelden. Eine entsprechende Rufnummer wird dafür noch bekannt gegeben. Heute soll ein Testlauf starten, um festzustellen, wie viele Anrufe die zwölf damit beauftragten städtischen Mitarbeiter täglich annehmen können – und, ob die Telefonleitungen einem großen Ansturm standhalten können. 2913 Personen sind theoretisch, so die Zahlen des Landkreises, in Stendal und seinen Ortsteilen zum Stichtag der Impfung 80 Jahre oder älter. Wie viele davon bereits im Impfzentrum einen Termin hatten, wisse jedoch niemand. Es gebe keinen Querabgleich zwischen dem dort genutzten Anmeldesystem und dem, das für die dezentrale Impfung verwendet wird, erklärt Krüger. Eine zusätzliche Schwierigkeit sei, dass ebenfalls niemand wisse, wie viele der über 80-Jährigen sich möglicherweise außerhalb haben impfen lassen. „Das ist ein ganz großes Fragezeichen“, stellt Krüger fest. Allerdings gehe die Stadt davon aus, dass die dezentralen Impfungen „locker“ zu schaffen seien.

Auch um die Anmeldefristen müsse sich niemand Sorgen machen. Wenn zwölf Mitarbeiter acht Stunden pro Tag Anmeldungen annehmen und pro Anrufer fünf Minuten brauchen, könnten täglich und rechnerisch 1152 Termine vereinbart werden. Nach drei Tagen könnte damit theoretisch bereits alles in trockenen Tüchern sein – Zeit haben die Stendaler jedoch von 15. März bis zum 20. beziehungsweise 22. April, jeweils 24 Stunden vor Beginn der Impfaktion an drei Tagen. „Jeder, der ein Impfangebot haben möchte, bekommt auch eins“, sagt Krüger. Sicherlich werde die Gesamtanmeldezeit länger als drei Tage dauern. „Es wird sicher auch den Einen oder Anderen geben, der sich erst am Tag vor der Impfung meldet.“

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