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Stendaler Pappelweg soll trotz Energiekrise erstrahlen

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Von: Stefan Hartmann

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Viele Lichterketten liegen in einer Kiste.
Unzählige Lichterketten sind schon bereitgestellt, um Haus und Garten für die Adventszeit festlich zu schmücken. Die Stromkosten hat Thorsten Lange dabei im Blick. © Hartmann, Stefan

Jedes Jahr aufs Neue baut Thorsten Lange an seinem Haus am Pappelweg die Weihnachtsbeleuchtung auf. Jedes Jahr ein wenig mehr.

Stendal – In schnellen Schritten naht die Weihnachtszeit. Noch rund einen Monat dauert es bis zum 1. Advent. Für Thorsten Lange ist aber ein anderer Tag fett im Kalender markiert: Jedes Jahr zum Nikolaustag schaltet er seine Weihnachtsbeleuchtung ein, die dann scharenweise Besucher in den Pappelweg locken.

Wie lang er das schon macht – da ist er sich aus dem Stegreif gar nicht so sicher. Bestimmt sieben Jahre, stellt er aber fest. Die Nachbarn stören sich auch nicht an den Menschenmassen oder gar den Lichtern, die auch ihre Wohnzimmer erleuchten. Ganz im Gegenteil: „Sie waren besorgt, dass es dieses Jahr ausfallen könnte“, erzählt Lange von Gesprächen mit den Nachbarn. Als er sich den Scherz erlaubt hatte, wegen der Stromkosten dieses Jahr keine Weihnachtsbeleuchtung aufzubauen war die Empörung groß – konnte aber schnell beigelegt werden. Nicht nur die Menschen aus der unmittelbaren Umgebung freuen sich über die jährlichen Lichter. „Ich habe eine Dankeschön-Postkarte aus Magdeburg bekommen“, sagt Lange. Über die habe er sich besonders gefreut.

Dass die Stromkosten dieses Jahr besonders üppig ausfallen könnten, macht dem Elektriker keine großen Sorgen. Die 400 Watt, die er aufbauen will, seien da überschaubar und werden direkt nach dem Einschalten abgemessen, um zu wissen, worauf er sich einlässt. Ein paar Sparmaßnahmen gibt es aber dennoch. Wie üblich werden die Lichter jeweils um 16 Uhr an, werden aber bereits um 21 Uhr, also eine Stunde eher als in den Vorjahren, abgeschaltet. Die morgendliche einstündige Beleuchtung, um den Nachbarn den Weg zur Arbeit zu versüßen, lässt Lange komplett ausfallen.

Trotz dieser Einschränkungen soll es einiges zu sehen geben. Neu im Sortiment des Elektrikers sind leuchtende Eisbären, Eichhörnchen und Rentiere. Von den Vorjahren gibt es auch noch Füchse und Pinguine. Zusammenstehen dürfen diese Tiere nicht – das geht ja schon allein geografisch nicht. Deshalb werden mehrere kleine Themenwelten im Vorgarten aufgebaut. Die Eisbären ganz im Norden und die Pinguine ganz im Süden. „So wie auf der Welt auch“, erklärt Lange mit spürbarer Vorfreude auf das Projekt, dass sich Besucher auch aus der Nähe anschauen können sollen. Lange plant, einen kleinen Pfad im Vorgarten einzurichten, den Neugierige nutzen dürfen, wenn sie die Themenwelten betrachten. Aber dafür gelten natürlich Regeln: Abgesperrte Bereiche sind Tabu. Auch für das kommende Jahr hat Lange sich schon Gedanken gemacht. Der Weihnachtsmann, der 2020 noch aus seinem Schlitten hing und über dem Rasen schwebte, stand 2021 eher im Hintergrund. Für diesen soll es noch einen präsenteren Platz und eine bessere Möglichkeit geben, wie er aufgehängt werden kann.

Für alle, die selbst ihre Weihnachtslichter optimieren wollen, hat Lange auch noch einen Tipp: Er vermeidet die Farbe Rot so gut es geht. „Das macht die Beleuchtung kitschig“, erklärt er. Genau das, dass seine Dekoration nicht so kitschig sei wie andere, höre er immer wieder – und immer wieder gern. Das gilt natürlich immer in feinen Grenzen. Einem Rudolf wird wegen dieser inoffiziellen Regel schließlich nicht die Nase abgesägt. Und auch die rot-weißen Zuckerstangen müssen deshalb nicht weichen. Sie nehmen zwischen der überwiegend grün-weißen und blau-weißen Beleuchtung allerdings eine eher untergeordnete Rolle ein.

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