Staatssekretärin besucht örtliche Moschee / Ziel: Integration vorantreiben

Stendaler Muslime bekräftigen Wunsch nach eigenem Friedhof

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Staatssekretärin Susi Möbbeck im Gespräch mit Björn Malycha, Imam Abdul Karim Alhasan und Mohamed Abolagsem Msaik. Rechts auf dem Bild sitzt Sami Mukbel. 

Stendal. Das Mittagsgebet war gerade zu Ende, als Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, der Stendaler „Al Rahma Moschee“ an der Lucas-Cranach-Straße einen Besuch abstattete.

Mohamed Abolagsem Msaik, Vorsitzender des Vereins der Islamischen Gemeinde, sowie sein Stellvertreter Sami Mukbel führten die Staatssekretärin sowie die Integrationskoordinatorin des Landkreises Stendal, Stella Khalafyan, durch die Moschee und zeigten die Unterrichtsräume für ungefähr 120 Kinder.

Die zwischen fünf und 14 Jahren alten Jungen und Mädchen lernen in den kleinen Räumen Arabisch und die Lehre des Korans. In Arbeit ist auch ein Konferenzraum mit kleiner Küche und Sanitäranlagen sowie einem separaten Eingang. Dieser Raum soll für jedermann offenstehen für unterschiedliche Veranstaltung. In der Gesprächsrunde lobten die Vertreter der Islamischen Gemeinde die Zusammenarbeit mit der Hansestadt und dem Landkreis.

Ein islamischer Friedhof sei ein Wunsch der Gemeinde. Auch wenn sie ein Stück auf dem städtischen Friedhof haben, reiche der nicht aus. Zumal die Verstorbenen gen Mekka beerdigt würden. Was auch fehle, sei eine Blindenschule, die nächste gebe es erst wieder in Halle. Um mit den einheimischen Bürgern in Kontakt zu kommen und sich gegenseitig kennenzulernen, besuchten Mitglieder der Islamischen Gemeinde andere Vereine. Jugendliche machten einen Schwimmkurs und Informationsstände bei Veranstaltungen sollen zur Integration beitragen.

Die Staatssekretärin zeigte sich bei ihrem Besuch am Freitag beeindruckt von den Aktivitäten zur Integration. Die Gemeinde vermittelt einen Neuanfang, sei Anlaufstelle für Neuankömmlinge, aber auch ein wichtiger Baustein in der Integration. In einem Gesprächskreis am 22. Februar tauschen sich die Gemeinde sowie die Staatssekretärin über die weitere Zusammenarbeit und Unterstützung aus. So wurde schon zum Ausdruck gebracht, dass das Zusammenleben der verschiedenen Nationen mit ihren Glaubensrichtungen und Kulturen nicht nur wichtig, sondern unabdingbar sei für die Integration aller Menschen. Dem stehen natürlich auch Veränderungen des Umfelds an. Mögliche Ängste und Vorurteile müssen beseitigt werden.

Imam Abdul Karim Alhasan ist seit zwei Monaten der Vorbeter in der Al Rahma Moschee. Er trug einen Vers auf Arabisch aus dem Koran vor. In gutem Deutsch sprach er darüber, dass man gemeinsam die Aufgabe habe, die Ansichten der Menschen zu ändern. Dies ginge nur in Zusammenarbeit. Zur deutschen Sprache, die er immer noch lernt, sagte er, sie sei schön, nur schwer zu erlernen. Integration sei gelungen, wenn auf beiden Seiten die Teilhabe stimme.

Von Ute Krug

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