„Katharine“ bekommt Flügel

Stendaler Musikforum: Jütting-Stiftung schafft neues Instrument an

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Das Musikforum Katharinenkirche, auch kurz Katharine genannt, ist das Herzstück der Jütting-Stiftung. Vor mehr als 20 Jahren ist der Komplex übergeben worden.

Stendal – Die Jütting-Stiftung will für das Musikforum Katharinenkirche in Stendal einen neuen Konzertflügel anschaffen. Der Kaufpreis von bis zu 110.000 Euro sei über mehrere Jahre hinweg angespart worden, weiß Sprecher Michael Steenbuck.

Für die nächste Zeit stehen weitere Ausgaben im Plan: 53.000 Euro für die Bereiche Musik, 4500 Euro für den Musikschulpreis und 50.000 Euro für die postgraduale Weiterbildung (akademischer Bereich). Das Kuratorium der Stiftung trifft sich in einigen Tagen zu seiner jährlichen Sitzung in der Rolandstadt.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung seien Personalentscheidungen, kündigt Steenbuck schon einmal an. Neben Verlängerungen der Tätigkeit von Mitgliedern in diversen Beiräten stehe vor allem eine teilweise Neubesetzung des Vorstandes an. Heinz-Erhard Woltert und Michael Hentschel wollen demnach ihre Ämter altersbedingt abgeben. Beide seien Männer der ersten Stunde, welche die Stiftung in den 25 Jahren nach der Gründung im Jahr 1994 maßgeblich mitgestaltet hätten.

Klavier, Gitarre, Violine und Holzbläser: Der Jahresbericht 2018 listet nicht zuletzt aktuelle Jütting-Stipendiaten auf. Die jungen Musiker kommen beispielsweise aus Berlin, Weimar und München sowie aus Warschau und Paris, von den verschiedensten Hochschulen und Akademien.

Ein Teil der Konzerte in Stendal sind bereits über die Bühne gegangen, vier stehen in diesem Jahr noch aus. Für den 22. Musikschulpreis im März 2018 hatten sich 35 Teilnehmer aus 14 öffentlichen Musikschulen und Musik-Gymnasien in Sachsen-Anhalt angemeldet. Und so lange ist es noch nicht her: Im November erhielt die Stiftung einen Kulturförderpreis der Hansestadt Stendal.

Das Stifterehepaar Hans und Eugenia Jütting bildet ein Stück Regionalgeschichte. Der Stendaler Jütting wandert 1930 nach Nordamerika aus und bringt es zu wirtschaftlichem Erfolg. Seine Frau ist Pianistin und stammt aus einer polnischen Künstlerfamilie. Schon zu DDR-Zeiten gibt es Kontakt in die alte Heimat, 1985 nimmt die Regierung nach einigem Hin und Her eine Spende zur Sanierung der Klosterkirche St. Katharinen an.

Der endgültige Verfall kann verhindert werden. Aus dem Sakralbau wird 1994 das Musikforum. Das Paar zieht nach Stendal, baut die Stiftung auf. Beide erhalten die Ehrenbürgerwürde. Er stirbt 1999 in Stendal, sie 2004 in den USA.

VON MARCO HERTZFELD 

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