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Stendaler Lastenrad will weitere Ausleihpunkte erschließen

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Von: Stefan Hartmann

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Mehrere Menschen posieren mit einem Lastenrad.
Das Lastenrad Stella feiert seinen ersten Geburtstag. Unterstützer, Organisatoren und Nutzer kommen zum Anlass an der Kleinen Markthalle zusammen. © Hartmann, Stefan

Das Stendaler Lastenrad ist seit einem Jahr zum Ausleihen verfügbar. Die Organisatoren finden weitere Räder könnten sich lohnen – allerdings lieber an anderen Standorten als in der Kleinen Markthalle.

Stendal – Seit etwas über einem Jahr ist das Stendaler Lastenrad Stella in der Kleinen Markthalle zum Ausleihen verfügbar. Auch wenn sich die Organisatoren über die bisherigen Ausleihzeiten freuen und es auch teilweise doppelte Buchungsanfragen gegeben habe, sehen sie keinen Bedarf für ein Schwesterfahrrad – zumindest nicht in der Kleinen Markthalle.

Der Stützpunkt der Freiwilligen-Agentur Altmark liege zwar angenehm zentral, aber darin liege auch eine seiner Schwächen: Nutzer aus dem Gebiet Stadtsee beispielsweise müssten vor der Ausleihe zunächst die Wegstrecke auf sich nehmen. Eine weitere Hürde, die für alle vom Zentrum weiter weg wohnenden Stendaler abgebaut werden könnte, wenn andere Standorte als die Kleine Markthalle in Betracht gezogen würden, wie beispielsweise die Hochschule oder das Berufsbildungswerk (BBW). Eine unmittelbare Zusage wurde von Rainer Erdmann, Geschäftsführer des BBW, der als Vertreter der Kaschade-Stiftung vor Ort war, nicht erwartet. Eingestellt war er, wegen seiner Anwesenheit in anderer Funktion, eher auf finanzielle Fragen. Es sei gut, dass das Projekt Lastenrad anlaufen konnte, und offenbar auch der Bedarf für weitere Räder besteht. Gänzlich abgeneigt zeigte er sich dem potenziellen Standort BBW für ein weiteres Lastenrad nicht. Merkte jedoch den hohen Arbeitsaufwand, den das mit sich bringe, an. Ob das BBW dies ohne Weiteres leisten könnte, steht auf einem anderen Blatt. Dem stimmte Fridays for Future Stendal Mitglied Josefine Berghäuser zu: Die Ausleihe sei auch auf mehrere Personen aufgeteilt ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Künftig solle der jedoch zumindest ein wenig geringer und die Buchung des Lastenrads einfacher werden. Geplant ist ein Online-Buchungssystem, das auch auf der Homepage der FAA eingebunden werden soll. Ein genaues Datum dafür gebe es nicht, gehofft werde jedoch auf den kommenden Monat.

In der Hochschule sei die Idee eines Lastenrads für den Standort Stendal auch bereits von Einzelpersonen an sie herangetragen worden, erklärt Klimaschutzmanagerin Julia Marie Zigann auf AZ-Nachfrage. Konkrete Pläne gebe es aber bislang noch nicht. Dennoch käme der Vorschlag quasi genau im richtigen Moment: Die Hochschule will im Oktober ihr Klimaschutzkonzept verabschieden. Da könne eine Maßnahme, wie ein Lastenrad zum Verleih anzubieten, theoretisch mit aufgenommen werden.

Knapp vier Monate stand Stella den Stendalern im Jahr 2021 zur Verfügung. Gebucht wurde das Lastenrad 20 Mal und insgesamt 24 Tage gefahren. Eine einfache Rechnung auf fünfmal pro Monat lasse sich damit jedoch nicht machen, stellt Berghäuser fest. Schließlich werde Stella und Fahrräder allgemein im Winter seltener gefahren und damit auch ausgeliehen. Fast sieben Monate Zeit genutzt zu werden hatte Stella im laufenden Jahr. 53 Tage wurde es von 43 Ausleihern genutzt. Dabei bleibe es nicht nur bei Transportfahrten in der Stadt. Öfter werde Stella auch für Ausflüge benutzt. Unter anderem habe es das Lastenrad auch zum Picknick nach Jerichow verschlagen.

Gerade außerhalb von Stendal könne das Lastenrad seine Stärken voll ausspielen. Zwar werde es auch innerstädtisch genutzt, aber gerade in der Kernstadt sei es teilweise schwierig, über das Pflaster zu fahren. Die gut ausgebauten Radwege im Umland seien bessere Voraussetzungen für eine angenehme Fahrt.

Demnächst wird sich Stella auf seine voraussichtlich längste Reise machen: Gebucht wurde das Lastenrad für eine Pilgerfahrt auf dem Jacobsweg.

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