Lastenrad für die Hansestadt schon bestellt / Verträge noch nicht unterzeichnet

Stendaler Lastenrad „Stella“ fährt mit Rückenwind

Ein Mann, Christopher Genz, steht mit seiner Tochter Elli auf dem Arm neben einem Lastenrad.
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So ähnlich wird auch „Stella“ das Lastenfahrrad für Stendal aussehen. Christopher Genz und Tochter Elli sind mit ihrer Anschaffung zufrieden.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Was andere Städte können, kann Stendal schon lange finden Fridays for Future und die Freiwilligen-Agentur Altmark. Das Lastenrad „Stella“ ist bereits bestellt, auch wenn noch kein Vertrag mit den Sponsoren geschlossen wurde.

Stendal – „Stella“ soll es heißen: Das Stendaler Lastenrad wird voraussichtlich in einigen Wochen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Von acht bis zehn Wochen Lieferzeit müsse dafür ausgegangen werden. Einig sind sich die Initiatoren Fridays for Future Stendal (FFF) und die Freiwilligen-Agentur Altmark (FAA) sowie die Geldgeber Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und Kaschade-Stiftung bereits. Unterzeichnet ist der notwendige Vertrag jedoch noch nicht.

Detailfragen stehen noch aus

Eine Bestellung wurde trotzdem bereits ausgelöst, wie Marion Zosel-Mohr, Vorstandsmitglied und Prozessmanagerin der FAA, auf AZ-Anfrage erklärt. „Der Vertrag ist noch nicht unterzeichnet, aber wir haben eine schriftliche Zusage“, erläutert sie weiter. Untergebracht werden soll das Rad dann bei der FAA, das auch die Ausleihe übernimmt. Über die genauen Modalitäten müssten sich die Initiatoren von FFF jedoch noch Gedanken machen. „Da gibt es mehrere Varianten“, stellt Zosel-Mohr fest. Natürlich soll mit dem Lastenrad ordnungsgemäß und sorgsam umgegangen, es sauber wieder zurückgebracht werden. Ob es jedoch eine Leihgebühr geben soll oder stattdessen ein Pfand hinterlegt wird, stehe noch aus. „Wir hoffen, dass die Bürger das beherzt annehmen“, freut sich Zosel-Mohr über das anlaufende Projekt. Wenn es gut sich als Erfolg erweist, könne auch über die Anschaffung eines zweiten Rades mit mehr Ladekapazität nachgedacht werden.

Das jetzt geplante Modell kann in seiner 250 Liter fassenden Transportbox 100 Kilogramm transportieren. Damit das Gewicht kein Problem darstellt, fährt es zusätzlich mit eklektischer Unterstützung. „Das reicht für einen Einkauf oder einen Ausflug zum Eisessen nach Tangermünde“, zählt Isabella Lang von FFF Stendal einige der Einsatzmöglichkeiten auf. Insgesamt sei in Stendal ohnehin schon vieles mit dem Fahrrad gut zu erledigen, schätzt sie ein. „Das Problem sind die Bierkästen“, gibt sie jedoch zu bedenken. Für solche Fälle sei ein Lastenrad besser als ein gewöhnliches. Dabei sei es jedoch klar, dass nicht jeder, der nachhaltiger leben möchte, sich sofort ein Lastenfahrrad zulegt. Wer sich jedoch dafür interessiert könnte „Stella“ auch für eine Probefahrt nutzen und für die eigenen Zwecke testen.

„In unserer Gruppe haben wir auch einige aus anderen Städten, die gesagt haben, dass es ein Lastenfahrrad zum Ausleihen bereits an mehreren Orten gibt“, berichtet Lang über den Ursprung des Projekts. „Wenn das in anderen Städten funktioniert, wir sind hier doch auch eine schöne Stadt, die zusammenhält. Wieso sollte das dann hier nicht funktionieren?“, sei der Gedankengang gewesen.

SWG und Kaschade-Stiftung klären finanzielles

2000 Euro netto trägt die SWG zum Projekt bei, erklärt Franziska Ballhause, Sekretärin der Geschäftsführung. Als Hauptsponsor werden auch die Logos der SWG, neben denen der anderen Beteiligten, prominent am Transportkorb angebracht. Weitere rund 600 Euro kommen von der Kaschade-Stiftung, wie Hans-Jürgen Kaschade berichtet. „Wir beteiligen uns an vielen sozialen Projekten, Kultur, Bildung und Internationalität“, sagt er. Bei dem Lastenrad handele es sich auch um eine Veränderung der Beförderungskultur. Für viele Privatleute wäre eine eigene Anschaffung aber vermutlich keine Option. Zu wissen, dass man sich dann eins ausleihen kann, sei eine gute Möglichkeit.

Mittlerweile drei Modelle dieses Typs habe Kay Schulze in seinem Geschäft an der Röxer Straße bereits verkauft, berichtet der Geschäftsführer. Diese Verkaufszahlen könne man natürlich nicht mit normalen Fahrrädern vergleichen, aber: Das Interesse wächst. „Es gibt vermehrte Anfragen, die es vor zwei Jahren nicht gab“, stellt er fest. Um den Nutzerkreis möglichst groß zu gestalten sei in Beratungsgesprächen auch die Wahl auf ein Modell mit elektrischer Unterstützung gefallen. „Das ist dann fahren wie mit Rückenwind“, erklärt Schulze.

Einer von den Kunden, die sich ein Lastenrad zugelegt haben, ist Christopher Genz. Bestellt hatte er im November, seit diesem Jahr kann er sein Rad benutzen. Dass auch das Stadtrad eine elektrische Unterstützung hat, findet er eine gute Maßnahme. Mit bis zu vier Kindern, die Platz finden, könne ein wenig Hilfe nicht schaden.

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