Wegen Lieferproblemen kommt „Stella“ erst später

Stendaler Lastenrad lässt auf sich warten

Ein Mann fährt mit einem Lastenrad. In dessen Kabine sitzt ein Kind.
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Bilder vom neuen Lastenrad für Stendal gibt es noch nicht. Christopher Genz hat jedoch ein ähnliches Modell und führt es mit Tochter Elli für einen Ersteindruck vor.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Das Leih-Lastenfahrrad der Freiwilligen-Agentur Altmark hätte schon im Mai eintreffen sollen. Lieferschwierigkeiten verzögern es weiter. Nutzbar wird es auch mit der Auslieferung noch nicht sein. 

Stendal – Eigentlich sollte „Stella“ das Stendaler Lastenrad bereits Anfang Mai in der Freiwilligen-Agentur Altmark (FAA) eingetroffen sein (AZ berichtete). Jedoch gebe es Lieferschwierigkeiten, wie Prozessmanagerin und Vorstandsvorsitzende Marion Zosel-Mohr auf AZ-Anfrage erklärt. Ein vorzeitiges Aus bedeute das für das Projekt nicht – lediglich eine Verzögerung.

Ankommen soll es nach aktuellem Stand voraussichtlich noch in der laufenden Woche. Einen genauen Liefertermin gebe es jedoch noch nicht. Sie habe mit der Lieferfirma gesprochen, berichtet Zosel-Mohr. „Es war ihnen sehr unangenehm“, fasst sie das Gespräch zusammen. Aber an der globalen Lage, die zu fehlenden Teilen in vielen Bereichen führt, treffe die Firma auch keine Schuld.

Selbst wenn das Fahrrad noch in dieser Woche eintreffen sollte, werde der Start des Projektes noch ein wenig auf sich warten lassen. Bevor das Rad seinen neuen Standplatz im Hof der Freiwilligen-Agentur beziehen kann, macht es noch einen Zwischenstopp bei der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Diese unterstützt das Projekt mit einer Spende von 2000 Euro netto und beklebt, quasi als Dankeschön für das Engagement, das Lastenrad mit ihren Logos. Vor Juli werde es deswegen kaum möglich sein, das Lastenrad auszuleihen, stellt die Projektmanagerin vor.

Obwohl das Projekt noch nicht offiziell beworben worden sei, so Zosel-Mohr, habe es bereits Anfragen gegeben. Offenbar hätten sich Interessierte die dazu erschienen Berichte zu Herzen genommen und direkt nachgefragt, als das Lastenrad rechnerisch hätte da sein müssen, interpretiert Zosel-Mohr die Nachfragen.

Einen festen Unterstand kann das Lastenrad im Hof der FAA nicht bekommen. Ein privater Spender möchte jedoch eine mobile Faltgarage stiften. Hinzu kommen eine Luftpumpe, Kettenschlösser und einige Ersatzteile. Seinen Platz finden soll das Rad dann dort, wo aktuell der Spieleanhänger steht, erklärt Zosel-Mohr. „Wir haben einen fantastischen Vermieter, der uns in jeder Hinsicht unterstützt“, führt sie weiter aus. Deshalb dürfe das eigentlich „tote Eck“ recht problemlos für die Neuanschaffung genutzt werden.

Sharing-Angebote hätten auch immer etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. „Das neue Besitzen ist das Teilen“, erklärt die Vorstandsvorsitzende das Konzept hinter dem Leihrad. Gerade für die jüngere Generation treffe das immer stärker zu. Das zeige sich unter anderem am Autobesitz: „Wir wissen ja auch, dass unsere Fahrzeuge eigentlich Stehzeuge sind, weil sie gar nicht so viel fahren“, urteilt Zosel-Mohr. Deshalb würden jüngere Menschen eher auf Carsharing-Angebote eingehen. Bei den älteren Generationen sehe das noch anders aus. Bei diesen werde noch mehr Wert darauf gelegt etwas lieber selbst zu haben, falls man es braucht. „Ich glaube aber, das ist ganz gut“, schätzt die Vorstandsvorsitzende diesen Wechsel in den Generationen ein. Nicht jeder müsse alles rumstehen haben. Sich gegenseitig zu unterstützen, könne gut funktionieren. Natürlich bedeutete das, wenn man nur ein oder gar kein Auto besitzt, mehr Absprachen.

Eine kleine versteckte Vorschau auf ein kommendes Projekt sei das jedoch nicht. Zwar unterstütze die Freiwilligenagentur Mobilitätsprojekte wie beispielsweise das Bürgermobil in Werben, aber ein eigenes Leihauto stehe aktuell nicht auf der Projektliste für die kommenden Jahre.

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