„Gibt ein Gegeneinanderreden“

Kreistag kritisiert mögliches Ende des Wildparks Weißewarte

Ein Kind hält einer Ziege etwas zu Fressen hin.
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So friedliche Bilder wird es im kommenden Jahr wohl nicht im Wildpark Weißewarte geben. Im Kreistag gab es Kritik an der Entscheidung des Landkreises.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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„Manchmal sind Entscheidungen beim Tierschutz fällig, die wehtun. Und das tut weh“, sagte Landrat Patrick Puhlmann (SPD) im Kreistag in der vergangenen Woche.

Stendal/Weißewarte - So stellte er sich hinter die Entscheidung des Landkreises, dem Wildpark Weißewarte im kommenden Jahr keine Zoogenehmigung mehr auszustellen (AZ berichtete). Einige Fragen zu dieser Entscheidung kamen unter anderem aus den Reihen der AfD und von Pro Altmark. Der Landkreis gehe mit dem Wildpark zu hart ins Gericht, lautete die Kritik.

„Für mich ist eins wichtig: Wenn Anforderungen immer höher gestellt werden, muss ich auch in der Umsetzung unterstützen“, bemängelte Ulrich Siegmund (AfD) und verglich die Lage mit der Sanierung des Theaters der Altmark. Dort werde immer wieder Geld in die Hand genommen, weil es der Wille des Landkreises sei, aber andere Vereine würden ausgelassen.

„Nur auf dem Papier passiert“

Puhlmann betonte, dass vorhandenes Geld nicht abgerufen worden sei. „Anderthalb Jahre läuft das normalerweise nicht, das geht normal ruckzuck“, erwiderte er und unterstrich damit die Zeit, die der Landkreis dem Wildpark für Verbesserungen gelassen hatte. „Es ist nicht die Aufgabe des Veterinäramtes, einzeln zu beraten. Es hat das trotzdem gemacht“, erklärte der Landrat. Über lange Zeit habe das Amt den Betreiberverein mit viel Aufwand unterstützt. Dabei seien aber auch Dinge offenbar geworden, die nicht so stehen gelassen werden könnten. „Viele Schritte sind nur auf dem Papier passiert oder gar nicht.“

Auch Edith Braun (Pro Altmark), die auch im mit zuständigen Tangerhütter Stadtrat sitzt, kritisierte die „scharfen“ Vorgaben des Landkreises. Dass es noch Mängel gebe, sei bekannt. Es gebe aber auch Diskrepanzen zwischen allen Beteiligten. „Es gibt ein Gegeneinanderreden.“ Zudem habe es ständig strenge Besichtigungen im Park gegeben. „Angeblich gibt es keine Anlage mit solchen hohen Auflagen.“

Hoffnung auf besseren Betreiber

Auch Arno Bausemer (AfD) schlug in diese Kerbe: „Bei so strengen Vorgaben wird sich in Zukunft kein Betreiber finden.“ Puhlmann erklärte den anwesenden Mitgliedern, dass er nicht jeden Einzelfall im Kreistag besprochen werden könne. Jedoch seien Tiere qualvoll im Wildpark verendet. „Das hätte nicht sein müssen.“ Aus diesem Grund sei die Entscheidung getroffen worden. Dennoch gestand er dem Verein auch ein Rederecht zu. Der versprochene Anhörungsbescheid sei am vergangenen Dienstag zugestellt worden.

Sein eigenes Bedauern brachte Puhlmann auch zum Ausdruck: „Von der Sache her ist es eine wunderbare Einrichtung. Sie wird teils in zweiter oder dritter Generation besucht.“ Dennoch habe der Landkreis auch die Verantwortung, die Reißleine zu ziehen. „Der Wildpark soll auch ein guter Ort für Tiere sein“ Er hoffe, einen neuen Betreiber zu finden, der es besser mache.

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