Baustart für sportliches Ziel

Stendaler Kosmonauten-Schule darf mit neuer Turnhalle rechnen

Die altersschwache Turnhalle „Komarow“ ist vor gut einem Jahr abgerissen worden.
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Die altersschwache Turnhalle „Komarow“ ist vor gut einem Jahr abgerissen worden.

Stendal – Der Startschuss für den Bau einer neuen Sporthalle nahe der Komarow-Sekundarschule soll Mitte September fallen. Der Bauantrag ist geschrieben, eine Genehmigung wahrscheinlich. Die Arbeiten dauern aller Voraussicht nach ein knappes Jahr.

Demnach könnte die Halle im September 2021 in Beschlag genommen werden, geht Stadtsprecher Armin Fischbach im Kalender weiter. Die Kosten sind aktuell mit etwas mehr als 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Im Sommer 2019 war noch die Rede von 1,6 Millionen Euro.

An die Vorgängerin aus DDR-Zeiten erinnert nur noch ein Schild, sie ist schon vor Monaten abgerissen worden. Die neue Halle wird am alten Standort hochgezogen. Das Projekt scheint eine kleine unendliche Geschichte, eine Beschlussvorlage hatten Ausschüsse und Stadtrat nicht nur einmal auf dem Tisch. Nun soll es entscheidend vorangehen. Inwieweit die Coronakrise das Vorhaben beeinflussen kann, wird sich zeigen. Bislang läuft in der Bauwirtschaft noch vieles in fast gewohnten Bahnen.

Wo momentan Wildkraut an Boden gewinnt, sollen in wenigen Monaten die Baufahrzeuge rollen. Die Stadt lässt an der Theodor-Fontane-Straße eine neue Turnhalle errichten.

Das Baufeld an der Theodor-Fontane-Straße ist vorbereitet. Die alte Halle zu sanieren, war recht schnell verworfen worden. Die Verantwortlichen hatten möglichst genau hinschauen lassen. Die Erkenntnis: Zu schlecht ist der Zustand und zu hoch die Summe an Geld, welche die Kommune in die Hand nehmen müsste. Der Komplex im Plattenbaugebiet Stadtsee war für viele nur noch ein Schandfleck. Die neue Einfeldsporthalle wird in Massivbauweise errichtet und misst 15 mal 27 mal fünfeinhalb Meter.

Verantwortlich für die gestiegenen Ausgaben seien die nach wie vor hohen allgemeinen Baupreise durch die gute Konjunktur. Ob der Coronaschock an dieser Einschätzung etwas ändern wird, muss sich zeigen. „Außerdem wurde nach konkreter Planung einiger Fachgewerke für ebendiese offenbar, dass die jeweiligen Ansätze in der Praxis höher ausfallen werden“, lässt der Rathaussprecher wissen und nennt konkret Heizung, Sanitär und Lüftung. Mehr als 90 Prozent der Summe sind Fördergeld von Land und Bund.

Die Bildungsstätte Wladimir Komarow, wie alle Sekundarschulen in Trägerschaft des Landkreises, steht an der Stadtseeallee und wurde Ende der 1970er-Jahre seiner Bestimmung übergeben. Für die neue Halle der Hansestadt geplant sind ein Basketball- und ein Volleyballfeld sowie zwei Badmintoncourts. Außerdem entstehen Umkleide- und Sanitärräume sowie Bereiche, in denen nicht zuletzt Sportgeräte abgestellt und gelagert werden. Besucherplätze oder gar Tribünen sind nicht vorgesehen.

Die Komarow-Sekundarschule war nach einigem Hin und Her 2017/18 saniert worden. Die Halle blieb davon unberührt. Den Hallennutzungsvertrag für seine Schule hatte der Landkreis zum 1. Juli 2019 gekündigt. Zuletzt mussten Schüler wie Freizeitsportler sowieso anderswo unterkommen, die marode Halle wurde abgetragen. Der neue Sportkomplex sei besonders effizient und energiesparend ausgelegt, hebt der Rathaussprecher hervor und sieht im Ganzen eine „umweltfreundliche Energiebilanz“.

Gleich nebenan befindet sich die städtische Grundschule Juri Gagarin mit eigener Halle. Wer es nicht weiß: Komarow und Gagarin waren sowjetische Kosmonauten und wurden auch in der DDR als Helden dargestellt. Komarow war 1964 zu seiner ersten Mission ins All gestartet. Drei Jahre später starb er bei der Rückkehr von einem Einsatz. Gagarin war sogar der erste Mensch im Weltraum, er umrundete 1961 in etwas mehr als 100 Minuten einmal die Erde. Er verunglückte 1968 bei einem Übungsflug mit einem Jagdflugzeug.

VON MARCO HERTZFELD 

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