Dr. Thomas Krössin: „Die Forderung nach Nachbesserung mit einem Konzept für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) ist zu keinem Zeitpunkt an uns herangetragen worden“

Johanniter-Geschäftsführer widerspricht Ministerium

Dr. Thomas Krössin
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Dr. Thomas Krössin, Krankenhausgeschäftsführer
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Das Sozialministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat angekündigt, den Portalklinik-Plänen der Stendaler Johanniter für Havelberg und Genthin eine Absage zu erteilen. Der Johanniter-Geschäftsführer Dr. Thomas Krössin widerspricht in mehreren Punkten.

Stendal – „Immerhin wurde inzwischen eingeräumt, einen entsprechenden Antrag für Portalkliniken am 24. November erhalten zu haben“, erklärt Dr. Thomas Krössin hinsichtlich des zuvor vom Ministerium negierten Sachverhalts. Er stellt als Reaktion zum gestrigen Bericht der AZ klar: „Die Forderung nach Nachbesserung mit einem Konzept für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) ist zu keinem Zeitpunkt an uns herangetragen worden.“

„Unseres Erachtens löst ein zusätzliches MVZ in Havelberg, unter dessen Dach sich Arztpraxen etablieren sollen, keineswegs das Problem der stationären Grundversorgung in der Region. Dieselben Leistungen anzubieten, wie sie bereits durch niedergelassene Ärzte erfolgen, ergebe keinen Sinn“, so Dr. Krössin. Sollten indes Lücken in Havelberg an niedergelassenen Fachärzten bestehen, könnten diese über Filialpraxen des Stendaler MVZ geschlossen werden. „Es geht darum, mit einer Portalklinik die stationäre und damit auch nächtliche Versorgung von Patienten zu sichern. Mit der Anbindung an das Johanniter-Krankenhaus in Stendal kann eine hochspezialisierte Medizin für sehr schwer und lebensbedrohlich Erkrankte angeboten werden.“

Das Konzept der Portalklinik sei ständig erweitert, mit Fachleuten des Ministeriums diskutiert und den Mitgliedern des Kreistags-Sozialausschusses vorgelegt worden. „Die neuerlichen Aussagen aus Magdeburg laufen dem bisherigen Verlauf der Gespräche entgegen“, stellt Dr. Krössin fest. Entgegen der Behauptung des Ministeriums, Nebenbetriebsstätten (Portalkliniken) seien in der Krankenhausplanung nicht vorgesehen, stehe die Aussage eines hochrangigen Mitarbeitenden aus dem Ministerium, der in einem der Spitzengespräche auf die Möglichkeit einer Nebenbetriebsstätte hingewiesen und diese Genehmigung nicht als ungewöhnlich bezeichnet habe.

„Diese haben wir sogar zweimal beantragt. Auf beide Anträge haben wir keine Reaktion erhalten. Es wurde sogar öffentlich gesagt, dass keine Anträge der Johanniter eingegangen sein sollen“, so Dr. Krössin. Er weist auf bereits existierende Portalkliniken im Nachbarbundesland Sachsen und in Bayern hin. „In Nordrhein-Westfalen gibt es seit 13 Jahren ein Förderprogramm für Portalkliniken“, bemerkt er.

„Für diese strukturschwachen Regionen sind neue innovative Versorgungskonzepte wie Portalkliniken, Telemedizin und mobile Arztpraxen nötig. An diesem innovativen Projekt haben die Johanniter unter anderem mit Gesundheitsunternehmen aus der Medizintechnik viele Monate gearbeitet. Die Absage aus dem Gesundheitsministerium in Magdeburg über die Presse zu erfahren ist wenig nachvollziehbar“, sagt Dr. Krössin.

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