Bis zu 150 neue Pflegeschüler

Stendaler Johanniter bauen Gesundheitscampus auf

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Pflegedirektorin Beate Wogawa (l.), Detlef Frobel und Dina Maurer, beide Diplommedizinpädagogen der Krankenpflegeschule, gewähren einen Einblick in den Gesundheitscampus der Johanniter in Stendal, der im August seine ersten Schüler aufnehmen soll.

Stendal – Die Johanniter wollen einen neuen Gesundheitscampus in Stendal errichten. Los gehen soll es mit den ersten Auszubildenden bereits im August. Dabei ist nicht nur der Ausbildungsort neu.

Auch das neue Berufsbild Pflegefachfrau/mann wird neu gelehrt, wie Dina Maurer, Diplommedizinpädagogin der Krankenpflegeschule, erläutert.

Bisher waren mehrere Pflegeberufe für verschiedene Bereiche, wie beispielsweise Kranken- oder Altenpflege, vorgesehen. Mit dem neuen Berufsbild stehe die Pflege und nicht ein bestimmter Spezialbereich im Vordergrund. Mit dieser Verschmelzung ergäben sich sowohl für Schüler als auch für die sie ausbildenden Einrichtungen Vorteile. Die Krankenhäuser könnten damit im Bedarfsfall Beschäftigte aus der Altenpflege leichter für die Krankenhauspflege einsetzen. Dies sei momentan nur mit Einschränkungen möglich. Auszubildende hätten den Vorteil, viele bisher verschiedene Berufsbilder kennenzulernen. Das sei nicht nur direkt nach der Ausbildung von Vorteil, auch während des Lebens änderten sich die Interessen, wie Beate Wogawa, Pflegedirektorin im Johanniter-Krankenhaus, im AZ-Gespräch erklärt.

Jeweils im August und September sollen 25 neue Auszubildende am Gesundheitscampus ihre Lehre beginnen. Bei einer dreijährigen Ausbildung bedeute dies, dass in Zukunft rund 150 Pflegeschüler die Hansestadt beleben werden, sagt Wogawa. Hinzu kämen noch Notfallsanitäter sowie weitere Berufsbilder, die zwar bereits angedacht, aber noch nicht festgezurrt seien. Möglich wären jedoch unter anderem Operationstechnische Assistenten oder Arzthelfer.

Der neue Ausbildungsstandort habe jedoch nicht nur Vorteile für die Klinik und ihre Schüler. Auch für die Region ergäben sich Vorteile. Mit dem Gesundheitscampus wollen die Johanniter dafür sorgen, dass der hohe Bedarf an Fachkräften, den das Krankenhaus hat, gedeckt werden kann. Dabei habe Stendal im Vergleich zu Genthin, wo zuvor Pflegekräfte ausgebildet wurden, einige entscheidende Vorteile. Mit einer besseren Infrastrukturanbindung an Wolfsburg und Berlin sei die Stadt interessanter für junge Menschen. Ein paar Plätze seien auch noch frei, wie Wogawa berichtet.

Andere Einrichtungen können ebenfalls von dem Gesundheitscampus profitieren, wie Detlef Frobel, Diplommedizinpädagoge der Krankenpflegeschule, erläutert. Solche, die nicht die Kapazitäten haben, um Auszubildende aufzunehmen, könnten eine Kooperation mit dem Johanniter-Krankenhaus schließen. Derartige Vereinbarungen bestünden bisher hauptsächlich mit anderen Johanniter-Einrichtungen. Ein konkretes Gegenbeispiel dazu gäbe es mit dem Agaplesion-Krankenhaus in Seehausen. Dies habe 1991 beschlossen, nicht selbst auszubilden und arbeite seitdem mit den Stendaler Johannitern zusammen.

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