Feuerwehr Hansestadt Stendal zieht Bilanz

Übungsziel erreicht: Taktische Mängel in Bindfelde erkannt

Mehrere Feuerwehrfahrzeuge stehen auf der Hauptstraße der Stendaler Ortschaft Bindfelde, eine Übung.
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Feuerwehrrot beherrscht die Hauptverkehrsader in Bindfelde an diesem Vormittag. Mehrere Dutzend Brandbekämpfer rücken an. Bei allem wichtig zu wissen: Corona hat längere Zeit auch die Aus- und Fortbildung behindert.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Ein größeres Aufgebot von Feuerwehrleuten der Hansestadt Stendal hat in Bindfelde den Erstfall geprobt. Das Wichtigste: Alle 16 scheinbar verletzten Personen sind gerettet.

Bindfelde – „Das Übungsziel wurde insgesamt erreicht“, heißt es in dieser Woche aus dem Büro des Oberbürgermeisters in Stendal nach Rücksprache mit der Brandschutzspitze. Mehr als ein halbes Dutzend Feuerwehren hatte in der Ortschaft Bindfelde den Ernstfall trainiert. „Alle 16 verletzten Personen konnten gerettet und dem ebenfalls übenden Rettungsdienst übergeben werden.“ Und natürlich sei eine Übung wie die vom Sonnabend (30. Oktober 2021) auch genau hierfür da: „Einige taktische Mängel wurden erkannt. Diese werden in den laufenden und künftigen Ausbildungen berücksichtigt.“ Das Szenario an diesem Tag: In einer Schule ist während einer Veranstaltung ein Feuer ausgebrochen, gleich mehrere Personen sind vermisst. Es geht um Menschenleben, möglichst jeder Handgriff sollte sitzen.

Haben Brandschützer Verletzte aus dem Schulgebäude geholt, übernehmen Ärzte und Sanitäter.

Größeres Training stärkt Einheit(en)

„Die Schule und die Ortswehrleitung Bindfelde stehen schon seit Längerem in engem Kontakt, daraus ist die Entwicklung der Übung an diesem Ort entstanden“, weiß Susanne Hellmuth, mit Monatsbeginn neue Pressesprecherin in der Stadtverwaltung. Kurz nach 9 Uhr ertönte die Sirene, die ehrenamtlichen Brandbekämpfer eilten zum Einsatzort, die Ortschaft glich einem einzigen großen Übungsfeld (die AZ berichtete). „Übungen der Feuerwehr Hansestadt Stendal finden in dieser Größenordnung circa drei- bis fünfmal im Jahr statt. Diese Übungen sind entscheidend, um zu analysieren, welche taktischen Schwerpunkte für die kommenden und laufenden Ausbildungsabschnitte der Einsatzkräfte von großer Bedeutung sind“, erläutert Hellmuth auf Nachfrage der AZ weiter.

Die Sicht ist stark vernebelt. Brandbekämpfer mit Atemschutz und Trage gehen in das Schulgebäude.

Die Ortsfeuerwehren Bindfelde, Borstel, Staffelde, Wahrburg, Heeren, Insel, Jarchau und Langensalzwedel (Tangermünde) waren mit elf Fahrzeugen und rund 60 Einsatzkräften vor Ort. Dicker Qualm drang durch Fenster und Türen der privaten Grundschule nach draußen. Im Inneren konnte wegen des Rauchs die Hand vor Augen nicht gesehen werden. Einfach mal Luft zu holen, war scheinbar so gut wie unmöglich. Feuerwehrleute mit Atemschutzgerät rückten vor. Unter Zeitdruck brachten sie nach und nach die vermissten Menschen aus dem Gebäude. Der Johanniter-Rettungsdienst kümmerte sich weiter um die Leute, nicht alle waren in dem Moment ansprechbar. Verletzungen wurden angenommen. Einfühlungsvermögen war gefragt und fachliches Können sowieso.

Feuerwehr und vor allem auch die Retter fahren bis auf den Innenhof. Weil es um Menschenleben geht, kommt es auch auf Tempo und kurze Wege an.

Wertvolle Hinweise für die Ausbilder

„Das Zusammenwirken verschiedenster Einheiten muss grundsätzlich immer trainiert werden“, unterstreicht die Stadtsprecherin. Und weiter: „Die Vorbereitung solcher Übungen bringt einen hohen organisatorischen Aufwand mit sich und setzt voraus, dass sich die verantwortlichen Führungskräfte gut kennen und untereinander genau abstimmen. Das Trainieren der Zusammenarbeit bildet den Grundstein, um dann bei realen Einsätzen reibungslose Abläufe zu erzielen.“ Wer es nicht weiß: In der Einheitsgemeinde Stendal und der gesamten Altmark gibt es keine kommunale Berufsfeuerwehr, so gut wie alles läuft über die ehrenamtliche, freiwillige Schiene. Für den Brandschutz und mehr investieren Kameraden und Kameradinnen also immer auch ein Stück weit ihre Freizeit

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