1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Stendal

Stendaler Entsorgungs-Chef gibt Tipps gegen Maden im Bioabfall

Erstellt:

Von: Stefan Hartmann

Kommentare

Zahlreiche Maden in einer braunen Tonne.
Gefährlich oder schädlich sind die Maden, die sich teilweise zu tausenden in Bioabfallbehältern finden, nicht. © Hartmann, Stefan

Bald wird es frostig im Landkreis und das Thema Maden in der Biotonne sollte sich von selbst erledigen. Für alle, die die Fliegenlarven noch vor der Abkühlung loswerden möchten, hat der ALS-Geschäftsführer einige Tipps parat.

Stendal – Der meteorologische Herbst ist da. Einige Tage sonniges und warmes Wetter wird es im laufenden Jahr wohl noch geben. Mit jedem davon besteht jedoch die Chance auf etwas, das eigentlich mit den Sommermonaten verbunden wird: Maden in der Biotonne.

Der erste Tipp, den Henrik Galster, Geschäftsführer der Abfallentsorgung des Landkreises Stendal (ALS), hat, um das Problem zu beheben, wird mit dem Jahresverlauf leichter: Die Tonne nicht in die pralle Sonne stellen. Wenn sie sich richtig aufheizen kann, bietet sie den Fliegenlarven einen warmen Aufenthaltsort, an dem sie gedeihen können. Das beste Gegenmittel ist die Vorsorge: Neben Wärme benötigen die Maden auch Feuchtigkeit und das richtige Futter. Wer einen eigenen Garten hat, kann über jede Schicht von Nahrungsabfällen, die die Tiere besonders anziehen, etwas Rasen- oder Grünschnitt geben. Das erschwert es den Fliegen, ihre Eier abzulegen.

Ob es besser ist, die Tonne offen zu halten, damit Wärme nicht gestaut wird und sich Vögel an den Maden sattessen können, oder sie geschlossen zu halten, damit Fliegen schwerer an den Abfall herankommen – daran scheiden sich die Geister, schätzt Galster. Er gehe quasi den Mittelweg. Ein alter Spatenstil hält den Deckel einen Spalt offen und ermöglicht Vögeln den Zugang, ohne bei Regen eine Überflutung zu riskieren. Denn es sollte so wenig Wasser wie möglich mit in die Biotonne gelangen. „Also Kartoffelschalen nicht direkt in die Tonne“, nennt Galster als Beispiel. Besser sei es, sie lieber ein wenig antrocknen zu lassen und dann in den Abfall zu geben. Manchmal sei auch zu beobachten, dass beispielsweise die Reste von Gurkengläsern direkt in den Bioabfall gegossen werden. Auch wenn es gut sei, das Glas zu säubern, sollte das Gurkenwasser lieber abgekippt werden. Gewürze können mit einem Sieb aufgefangen und in den Bioabfall geworfen werden.

Das hilft auch bei dem Problem, das mit der kommenden Jahreszeit immer relevanter wird: Nach den Maden kommt der Frost. Wer sich schon im Sommer an eine trockene Tonne gewöhnt hat, muss dann im Winter nicht fürchten, dass die Bioabfälle festfrieren und nicht abgeholt werden können.

Ebenfalls Probleme bei der Abholung kann es geben, wenn Plastiktüten in der Biotonne landen. Laut Abfallsatzung sind sie ohnehin verboten. Selbst wenn die Hersteller damit werben, dass sie kompostierbar seien. Trotzdem sei die Kunststofftüte in der Ostaltmark recht beliebt als Vorsortiergefäß, wie Galster erklärt. Das sei soweit auch kein großes Problem. Nur darf sie dann nicht mit dem Bioabfall in die Tonne gelangen. Sie muss also entweder ausgekippt oder aufgeschnitten werden. Doch die darin gesammelten Flüssigkeiten und der sich entwickelnde Gestank machen dem häufiger einen Strich durch die Rechnung.

Die Möglichkeit, Tonnen bei besonders starkem Madenbefall oder anderen Verschmutzungen reinigen zu lassen, gibt es derzeit im Landkreis nicht. „Das wird immer mal wieder vorgebracht“, sagt Galster. Jedoch scheitere es immer wieder an den Kosten, die verursacht würden. Hinter dem Müllfahrzeug müsste ein weiteres Reinigungsfahrzeug fahren und die frisch geleerten Tonnen ausspülen. Dazu kommen regelmäßige Fahrten, um das Wasser zu tauschen, sonst würden nach wenigen Spülungen halbwegs saubere Tonnen eher verunreinigt als gesäubert werden.

Wer selbst etwas gegen die Maden tun, aber ihnen dabei auch nicht zu nahe kommen möchte, kann auf einige Hausmittel zurückgreifen. Möglich ist beispielsweise Essigessenz in Wasser aufzulösen und mit einer Sprühflasche die Maden und die Innenseite der Tonne einzusprühen. Die Tiere sterben nach kurzer Zeit und der Essiggeruch hält andere Tiere fern. Alternativ kann auch Wasser mit einigen Esslöffeln Pfeffer gekocht und ähnlich verwendet werden. Die große chemische Keule müssten Nutzer damit nicht auspacken, sagt Galster.

Auch interessant

Kommentare