Nach jahrelangem Kampf bekommt Stendals Hochschule ein Wohnheim – dank privaten Investors

Der Stendaler Campus darf endlich aufwachen

+
Noch weist kein Schild den Weg zum Wohnheim. 2016 könnte sich das ändern – nach jahrelangem Warten.

Stendal. Die Hochschule in Stendal soll trotz aller Hürden ein Wohnheim bekommen. Und das möglichst ohne staatliches Geld. Prorektor Prof. Dr. Wolfgang Patzig setzt auf das private Unternehmertum. Es könnte die Einrichtung nicht nur bauen, sondern auch betreiben.

Mit Details zum Projekt hält sich der Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre und Statistik momentan noch zurück. „Wir sind in der heißen Phase der Vorbereitungen, und es sieht gut aus,“ verrät der gebürtige Franke der AZ schon einmal. 2016 könnte das Wohnheim auf dem Campus an der Osterburger Straße dann endlich gebaut werden.

Stendals Chefakademiker wünscht sich bereits seit mehreren Jahren eine derartige Einrichtung. Erste konkrete Pläne vor etwa vier Jahren sahen eine Investition in Höhe von 2,7 Millionen Euro vor. Lange Zeit ist in Magdeburg an einer abgespeckten Variante gearbeitet worden, umgesetzt wurde auch diese nicht. Prof. Dr. Andreas Geiger, der damalige Prorektor der Hochschule Magdeburg-Stendal, machte zudem keinen Hehl daraus, dass ein Wohnheim auf seiner Wunschliste nicht weit oben steht. Mittlerweile hat sich das Studentenwerk Magdeburg als potenzieller Bauherr und Betreiber gänzlich von den Plänen für die Altmark verabschiedet.

Um wie viel Geld es jetzt geht, darüber redet Prof. Patzig nicht. „Wichtig ist, dass wir ein Wohnheim bekommen. Es soll vor allem ausländische Studenten, Gäste der Hochschule und Erstsemester, die in der Regel anfangs noch keine Wohngemeinschaft oder Ähnliches suchen, aufnehmen.“ Zwischen 50 und 60 Schlafplätze sollen geschaffen werden. „Und natürlich geht es nicht allein um das Übernachten. So ein Gebäude wird unseren Campus noch attraktiver machen und zusätzlich beleben“, ist der Familienvater fest überzeugt.

Der Hochschulstandort Stendal geht nicht zum ersten Mal ungewöhnliche Wege. Eines der Hauptgebäude konnte nur dank privater Unterstützung, einer Spendenaktion und des Fördervereins saniert und ausgebaut werden. Nun könnte der zweite Streich auf ähnliche Art und Weise gelingen.

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare