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Stendaler bewerten ihre Lebensqualität überwiegend als gut

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Von: Stefan Hartmann

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Professor Dr. Matthias Morfeld hält einen Vortrag in einem Hörsaal der Hochschule Stendal. Viele von den Sitzplätzen vor ihm sind noch frei.
Professor Dr. Matthias Morfeld stellt die Ergebnisse der Studie vor. Sonderlich viele Interessenten gibt es erstaunlicherweise nicht – im Hochschulhörsaal hätten viel mehr Menschen Platz gefunden. © Hartmann, Stefan

Die Stadt Stendal hat gefragt, wie wohl und sicher ihre Bürger sich fühlen. Überwiegend gibt es positive Ergebnisse. Es gibt aber Verbesserungsbedarf.

Stendal – Die Lebensqualität in Stendal beziehungsweise in den Ortschaften ist gut: Jeweils rund 85 Prozent der von Stadt, Hochschule und Polizei befragten Bewohner stimmen dieser Aussage eher oder sogar „voll und ganz“ zu. Wobei die Lebensqualität in den Ortschaften – zumindest nach Angaben der Einwohner – etwas besser zu sein scheint. Bei ihnen vergaben 25 Prozent die Bestnote, in der Kernstadt waren es 20 Prozent.

Nachdem Tangermünde im Vorjahr bereits die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl in der Kaiserstadt erörtern wollte, hat die Stadt Stendal nun nachgezogen und einem Teil ihrer Bürger dieselben, aber teilweise angepassten, Fragen gestellt. Die Antwortquote zeigt sich allerdings als nicht sonderlich berauschend. Zehn Prozent der Bürger ab 16 Jahren sind befragt worden. Auf die postalisch 2860 zugesendeten Unterlagen kamen jedoch nur 782 Antwortbögen zurück. Auch bei der Ergebnispräsentation am Dienstagabend blieben viele Plätze im Hochschulhörsaal frei.

Einige Ergebnisse waren überraschend. Andere wiederum deutlich nicht, erklärt Dr. Matthias Morfeld, Professur System der Rehabilitationspsychologie an der Hochschule Stendal, bei der Vorstellung der Studie. Während das Vertrauen in das Ordnungsamt der Stadt etwas höher als in die Stadtverwaltung allgemein, 37 Prozent vertrauen oder vertrauen voll und ganz dem Ordnungsamt beziehungsweise der Stadt, jeweils weitere rund 35 Prozent bescheinigen „mäßiges Vertrauen“. Hier kann die Polizei punkten. Ihr trauen voll und ganz 28,5 Prozent der Befragten. Auch Vertrauen und mäßiges Vertrauen verteilen sich dann 39,3 und 20,6 Prozent. Trotz des für die Beamten positiven Ergebnisses, müssen sie sich geschlagen geben: Fast 90 Prozent der Bürger vertrauen der Feuerwehr. 55,1 Prozent vertrauen ihr sogar voll und ganz. „Niemand schlägt die Feuerwehr“, bietet Morfeld den anwesenden Vertretern von Stadtverwaltung, Ordnungsamt und Polizei als kleinen Trost an.

Überraschend sei jedoch die Furcht davor, einen Einbruch zu erleben. 62,4 Prozent der Befragten in Ortschaften hielten es für sehr wahrscheinlich und weitere 18,5 Prozent für ziemlich wahrscheinlich innerhalb der kommenden zwölf Monate – die Befragung erfolgte Ende 2021 – von einem Einbruch betroffen zu sein. Das gäben die tatsächlichen Zahlen jedoch nicht her, erklärt Polizeioberrat Carsten Töpfer, Revierleiter in Stendal. Natürlich, so sagt es Töpfer, sei ein solcher Eingriff in die Privatsphäre für Betroffene immer besonders dramatisch und das wolle auch niemand kleinreden. Aber 2021 seien der Polizei nur 37 Diebstähle aus Ein- und Mehrfamilienhäusern und Tageswohnungseinbrüche angezeigt worden.

Trotz überwiegend vorzeigbarer Ergebnisse wolle sich die Stadt darauf nicht ausruhen, erklärt Mandy Heidemann, Leiterin des städtischen Ordnungsamtes. Wichtig sei es nun, die Sorgen der rund 15 Prozent Unzufriedenen zu beheben. Eines der Probleme, die die Stadt erkannt haben will, ist die bemängelte Beleuchtung. Dabei sei es natürlich nicht möglich, und auch nicht Aufgabe der Stadt, wie Axel Kleefeldt, stellvertretender Bürgermeister, erklärt, jeden Radweg in die Ortschaften zu beleuchten. Weitere Verschärfung erlebt das Problem mit der anstehenden Energiekrise. Es wäre schließlich fragwürdig, Beleuchtung einzurichten, die dann wegen fehlendem Strom ausgeschaltet bleiben muss. Auch eine durchgehende Beleuchtung des Stadtseerundweges sei wohl weniger erstrebenswert, wie Heidemann auf AZ-Nachfrage klarstellt. Jedoch sei es durchaus verständlich, dass Bürger erwarten, wenn sie an einer Bushaltestelle stehen, dass diese dann auch beleuchtet ist. Einigkeit bestand darin, dass die Befragung in einigen Jahren wiederholt werden soll. Dann werde geschaut, welche Maßnahmen geholfen haben.

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