Kosten für Neubau steigen

Stendaler Bauhof scheut teure Adresse: Umzug lässt noch auf sich warten

Vom Landesfeuerwehrmuseum nebenan aus betrachtet, sieht der neue Bauhof der Hansestadt so aus.
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Vom Landesfeuerwehrmuseum nebenan aus betrachtet, sieht der neue Bauhof der Hansestadt so aus.

Stendal – Der Umzug des Stendaler Bauhofes vom Uchtewall an die Arneburger Straße entwickelt sich zu einer scheinbar unendlichen Geschichte. Über einen genauen Termin auch nur ansatzweise zu spekulieren, verkneift sich Stadtsprecher Philipp Krüger mittlerweile.

„Da die Gewerke noch arbeiten und Genehmigungen ausstehen, kann derzeit kein konkreter Umzugstermin genannt werden.“

Sicher ist hingegen eines: Die Kosten für den Neubau steigen weiter. „Ursprünglich waren 1,8 Millionen Euro eingeplant. Stand jetzt gehen wir aber von einer Kostensteigerung auf 2,15 Millionen Euro aus“, heißt es auf Nachfrage der AZ. Ob dies nun tatsächlich das Ende der Fahnenstange ist, bleibt abzuwarten.

Zur besseren Erinnerung: Umzug und Neubau sollten eine knappe Million Euro kosten, so hatte es die Verwaltung Anfang 2016 vorgerechnet. Ein gutes Jahr später war von 1,8 Millionen Euro die Rede. Im Oktober 2018 stiegen die Ausgaben auf annähernd 2,1 Millionen Euro. Die allgemeinen Baupreise steigen vielerorts, ob sich Stendal bei diesem Projekt noch im Kostenrahmen sieht, lässt der Rathaussprecher offen. Der aktuelle Standort erschien Politik und Verwaltung marode und zu eng. Besonders eilig scheint es aber auch niemand zu haben. Zuletzt gelang ein für Ende 2019 avisierter Umzug nicht. Inwieweit er noch dieses Jahr geschafft werden kann und soll, wird sich zeigen.

Das Regenrücklaufbecken gehört zu den Aufgaben, hinter denen noch nicht ganz ein Häkchen gesetzt werden kann. Die Anlage soll aber bald fachlich abgenommen sein.

Streugutlager und Fahrzeughalle standen im Großen und Ganzen schon im Sommer 2019, Verwaltungsgebäude und Werkstattkomplex waren auf einem guten Weg. „Die Außenanlagen sind so weit fertig. Hier fehlt nur noch das Regenrücklaufbecken, welches aber in Kürze abgenommen werden soll“, skizziert Krüger für diese Zeitung den aktuellen Stand. „In der Werkstatt müssen noch Restarbeiten an Heizung, Sanitär und Lüftung vorgenommen werden. Zusätzlich werden noch Lagermöglichkeiten in den Hallen geschaffen.“ Ein Umzug, wann auch immer, heißt natürlich unter anderem: „Logistisch sind die Fahrzeuge umzusetzen und die Maschinen ab- und wieder aufzubauen.“

Es ziehen insgesamt 33 Mitarbeiter der Bereiche Bau, Spielplätze, Grünanlagen und Finanzsachbearbeitung um. „Damit wird das Grundstück am Uchtewall vollständig leergezogen.“ Die elf Kommunalarbeiter in den Ortschaften und die acht Friedhofsmitarbeiter bleiben an ihren derzeitigen Standorten. Was aus dem alten Areal nahe Polizei und Stadtsee werden könnte, dazu lässt sich Krüger nicht groß in die Karten schauen. „Hierbei gilt es noch etwas abzuwarten, da noch baurechtliche Fragen geklärt werden müssen. Es gibt somit noch keine konkreten Pläne.“ Allein wegen seiner Lage könnte das Grundstück so manchem durchaus interessant erscheinen.

Ohne den Bauhof läuft in der Einheitsgemeinde übrigens wenig. Die Mitarbeiter reinigen Straßen und sind regelmäßig in den Winterdienst eingespannt. Sie pflegen öffentliche Grünflächen in den Ortschaften, kontrollieren und reparieren Spielplätze, flicken Straßen und Wege und kümmern sich um Straßenschilder. Und obwohl der Kulturkalender 2020 wegen Corona recht ausgedünnt ist, gehört auch das zu ihren Aufgaben: Wenn Stendal feiert oder andere städtische Veranstaltungen anstehen, sind die Bauhofkollegen zur Stelle, packen mit an, bauen auf und wieder ab. Der Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal dürfte für sie einem regelrechten Großeinsatz gleichkommen. VON MARCO HERTZFELD 

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