Gut 85 Quadratmeter kompakt für 50 000 Euro kalt

Stendal: Wenn Ringer anbauen lassen

Ausmaß fast erreicht: An der Rückseite erhält die Halle der Stendaler Ringer einen Anbau. Viel höher wird dieser nicht mehr. Die Grundfläche misst an die 85 Quadratmeter.
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Ausmaß fast erreicht: An der Rückseite erhält die Halle der Stendaler Ringer einen Anbau. Viel höher wird dieser nicht mehr. Die Grundfläche misst an die 85 Quadratmeter.

Stendal – „Beim Ringen geht es um Kraft und Ausdauer, auch um Köpfchen, denn eine Strategie ist wichtig. “ Björn Buchhorn ist Feuer und Flamme für seinen Sport. Doch da sei noch mehr.

„Wir holen die Kinder und Jugendlichen von der Straße, sie haben eine sinnvolle Beschäftigung, können sich miteinander entwickeln.“

Auch wenn das naturgemäß nun einmal Schweiß und den einen oder anderen Muskelschmerz mit sich bringt. Und: „Wir bringen die Leute zusammen, Einheimische und Ausländer. “ Vielleicht 20 Prozent der momentan mindestens 80 Mitglieder kommen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ecken dieser Welt. In Stadtsee lassen alle derzeit weiter an ihrer Trainingsstätte bauen. Die Halle an der Erich-Weinert-Straße wird um fast 85 Quadratmeter erweitert. „Der zusätzliche Platz hilft enorm.“

So richtig in der Mangel und punkten: Mit einem Wandbild an der Vorderseite werben die Ringer der Hanse- und Rolandstadt seit einiger Zeit für ihre Sportart.

Der Ringersportverein (RSV) Stendal 07 hat einige Zeit um den Anbau kämpfen müssen. Die Stadt unterstützt das Vorhaben, eine Zusage vom Land kam dieses Jahr. 50 000 Euro stehen von dort zur Verfügung. Nach Verzögerungen durch Corona wurde der symbolische erste Spatenstich, wie berichtet, Anfang Oktober gesetzt. Nun soll es weiter möglichst zügig vorangehen. „Es ist natürlich ein straffes Programm, doch Ende des Jahres dürfte alles fertig sein“, hofft Buchhorn, der Vorsitzende des 2007 gegründeten Vereins. Das Ringerzentrum könnte sich mehr und mehr zu einem Aushängeschild für diese Sportart in der Altmark entwickeln. Womöglich bewirbt sich Stendal auch um die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend im nächsten Jahr. „Aber das ist noch längst nicht ausgemacht, wir überlegen.“

Ringen ist ein Kampf- und Kraftsport mit Ganzkörpereinsatz ohne weitere Hilfsmittel. Buchhorn dürfte einige Definitionen kennen und dafür kein Nachschlagewerk im Internet brauchen. Gerungen wurde schon in der Antike, und das sogar olympisch. Mit dem neuen Trainingsraum baut man an der Zukunft der Stendaler Ringer. Der Trainingsbetrieb für die vier größeren Übungsgruppen lasse sich besser absichern. Und natürlich: Das Training könne vielfältiger gestaltet werden, und das bei minimiertem Risiko. Schließlich sei Corona noch nicht besiegt. Der Vereinschef dankt für die breite Unterstützung in der Stadt, erst kürzlich spendete ein Apotheker einen kleineren Betrag für die spätere Ausstattung des Raumes. Ringen sei eben durchaus in der regionalen Sportlandschaft verankert.

Der Verein in der Kreisstadt freut sich über weitere Mitglieder. Schon mit fünf Jahren könne übrigens losgelegt werden. „Wir suchen immer Talente für unseren Verein.“ Die genauen Übungszeiten für die verschiedenen Altersgruppen, die Kontakte und zusätzliche Informationen lassen sich im Netz finden unter www.ringen-stendal.de. VON MARCO HERTZFELD 

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