Sauerstoffsättigung nicht einzig relevanter Messwert

Hansestadt Stendal plant weitere Belüftungsanlagen für Stadtsee

Eine Belüftungsanlage schwimmt auf dem Stadtsee.
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Zu den bisherigen zwei Belüftungsanlagen im Stendaler Stadtsee sollen sich noch weitere gesellen.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Bis es soweit ist, dass die Belüftungsanlagen am Stadtsee ein messbares Ergebnis liefern, wird es noch dauern. Dass mithilfe von Fördermitteln weitere hinzukommen sollen, werde jedoch geplant. 

Stendal – Eine konkrete Verbesserung der Wasserqualität des Stadtsees kann seit der Einsetzung der Belüftungsanlagen noch nicht bescheinigt werden. Wie bereits bei deren Installation erläutert wurde, sei damit erst nach einem halben oder sogar ganzen Jahr zu rechnen. Wegen der Geometrie des Sees seien jedoch bereits jetzt weitere Anlagen vorgesehen, deren Finanzierung zum überwiegenden Teil über Fördermittel abgedeckt werden soll. Diese müssen zunächst beantragt und bewilligt werden, informiert die Stadtverwaltung auf AZ-Anfrage.

Während der Einsetzung der Belüftungsanlagen im Stadtsee maß das zuständige Unternehmen den Sauerstoffgehalt, den pH-Wert, die Sichttiefe und die Temperatur des Gewässers an zwei verschiedenen Messstellen. „Sauerstoffgehalt und der pH-Wert lagen für diese Jahreszeit im normalen Bereich.“, erläutert Stadtsprecher Armin Fischbach. Die Qualität des Gewässers werde jedoch nicht nur nach dem, bei der Belüftung im Vordergrund stehenden, Sauerstoffgehalt beurteilt. Neben den bereits genannten Messdaten gehören zu den Faktoren auch die Leitfähigkeit, der Salz- und Kalkgehalt sowie der organische Gehalt des Seewassers im Tiefenprofil, das heißt in mehreren Proben von der Wasseroberfläche bis einen Meter über dem Seegrund.

Eine kontinuierliche Überwachung der Gewässerdaten erfolge aktuell nicht, sei jedoch für die Zukunft geplant. Auf eine Veröffentlichung der exakten Messwerte wolle die Stadt verzichten. Diese seien für Laien nur schwer zu deuten und würden voraussichtlich mehr Verwirrung als Klarheit schaffen, begründet Fischbach diese Entscheidung. Ohnehin unterliege auch der Sauerstoffgehalt eines Gewässers erheblichen tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

„Die Erholung eines Gewässers ist ein langwieriger komplexer Prozess, der sich über Jahre hinzieht und stark durch äußere Umweltfaktoren beeinflusst wird“, sagt Fischbach. Eine Prognose für die Entwicklung der Wasserqualität sei aus diesen Gründen nur schwer möglich. In Abhängigkeit von der Witterung oder auch bei Bedarf würden im Sommer erneut Proben entnommen werden.

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