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Stendal: Abfalltonnenrücken bis Ende Juni

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Braune Restabfalltonnen stapeln sich auf der Stendaler Mülldeponie.
Aus klein mach groß: Vor allem kleine Abfalltonnen werden nun auf dem Gelände der Stendaler Mülldeponie sortiert und eingelagert. Viele Vermieter tauschen sie mit größeren Tonnen für ganze Wohnhäuser. © Lisa Maria Krause

Bis Ende Juni will die Abfallentsorgung Landkreis Stendal (ALS) den Tonnenwechsel vorgenommen haben. „Dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht, ob das Volumen ausreicht“, erklärt Geschäftsführer Hendrik Galster der AZ.

Stendal - Eine Übergangsfrist für den kostenlosen Austausch bestehe aber noch bis zum 30. September, informiert Pressesprecherin und Abfallberaterin Annett Schröder.

60 000 Tonnen seien im vergangenen Jahr allein von der Gesellschaft abgeholt worden. Gerade einmal 13 000 wurden neu aufgestellt. Zum Vergleich: 2020 waren es 8000 abgeholte und 9000 aufgestellte Tonnen. Hintergrund ist die neue Abfallgebührensatzung im Landkreis, laut der Vermieter nicht mehr die Gebührenpflicht auf die Mieter übertragen können. Nun wird die Entsorgung über den Vermieter pro Personenzahl berechnet und nicht länger bezogen auf die Wohnungen. Der alte Vertrag lief 2019 aus. Eine Übergangsfrist, damit die Vermieter den Tonnentausch regeln können, galt noch bis zum vergangenen Jahreswechsel.

Der bisherige Tonnenwechsel sei „sehr geräuschlos“ verlaufen, beschreibt Galster das kreisweite Großprojekt. Den Vermietern bescheinigt er eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Natürlich habe es keine Jubelschreie gegeben, aber den eigentlichen, vor allem personellen, Aufwand habe die ALS getätigt. Teils sei die Gesellschaft auf die Wohnungsunternehmen zugekommen, teils hätten diese Beratung gesucht, um die Tonnengröße und -menge richtig einzuschätzen.

Die meisten Nachfragen von Mietern gab es zum Thema Bio-Tonne, für die die einzelnen Bürger nun nicht mehr verantwortlich sind. „Natürlich, wenn man 15 Jahre das selbst gemacht hat.“ Galster wundert sich nicht über die Fragen und freut sich über das allgemein herrschende Verständnis.

Galster steht auf der Stendaler Mülldeponie und stützt sich auf einen Container mit Tannenzweigen.
ALS-Geschäftsführer Hendrik Galster sieht bisher das kreisweite Großprojekt auf einem guten Kurs. © Lisa Maria Krause

Gerade die Gebühr für die Bio-Tonne hatte zuvor für Diskussionen gesorgt. Und auch die ALS habe aufgrund dessen über die Strukturen im neuen Vertrag nachdenken müssen. „Die Ökologie steht immer mehr im Vordergrund“, erklärt Galster, dass der Bedarf an den Bio-Tonnen stark gestiegen sei. Das Vierfache der Entsorgung sei es inzwischen.

Stolz ist der Geschäftsführer auf eine große Tauschaktion in Osterburg. Dort wurden über 1000 Tonnen in kürzester Zeit ausgetauscht, wie er betont. Die nächste größere Aktion stehe in Seehausen an. „Wir gehen das systematisch an“, erklärt Galster.

Die ALS geht nicht nach Ort, sondern nach den individuellen Absprachen mit Vermietern und Wohnungsunternehmen. Bürger, die sich zuvor selbst bei der ALS anmelden und auch über Neuzugänge im Haushalt informieren mussten, müssten sich nicht um eine Abmeldung kümmern. All das laufe nun über den Vermieter, betont Galster. Tatsächlich sei der Landkreis Stendal Nachzügler bei dieser Regelung. „Wir sind einer der wenigen Landkreise, die überhaupt noch Mieter-Veranlagung hatten.“ Vorherrschend sei eine Veranlagung auf den Vermieter.

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