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Scharnhorst-Kreisel schwer einzuschätzen

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Eine Karte mit den Unfällen am Kreisel zwischen 2015 und 2020. Viele befinden sich an der Hausecke.
Die Lage am Kreisverkehr Scharnhorststraße, Ecke Moltkestraße ist laut Polizeihauptkommissar Dirk Marscheider schwierig einzuschätzen. © Polizeiinspektion Stendal

Dass der Kreisverkehr Scharnhorststraße, Ecke Moltkestraße in Stendal darauf geprüft werden soll, ob ein Tempo-30-Schild diesen sicherer gestalten könnte, steht nun fest (AZ berichtete). Dass es dort bereits Unfälle im Zusammenhang mit der schlecht einsehbaren Ecke gab, bestätigt auch die Polizei gegenüber der AZ. 

Stendal - Dennoch ist eine Einschätzung als mögliche Gefahrenzone schwierig, erklärt Dirk Marscheider, Pressesprecher des Polizeireviers Stendal.

Insgesamt sind 21 Verkehrsunfälle mit 40 Beteiligten zwischen 2015 und 2020 an dem Kreisverkehr vorgefallen. Neben 32 Kraftfahrzeugfahrern waren auch acht Fahrradfahrer daran beteiligt. Ihre Sicherheit wurde während der Diskussion im Stendaler Stadtrat besonders angezweifelt.

Laut einer Unfallkarte der Polizeiinspektion Stendal sammelt sich der Großteil der Unfälle an der Ecke zwischen Scharnhorststraße und Moltkestraße, wo ein Gebäude die Sicht beeinträchtigt. Hauptursache ist das Nichtbeachten der die Vorfahrt regelnden Verkehrsschilder. Fast die Hälfte der Unfälle wurden darauf zurückgeführt. Aber auch Fehler beim Abbiegen nach rechts kamen vor. Die Unfälle führten zu fünf Leichtverletzten. Aus den der AZ vorliegenden Statistiken geht sonst nur ein Schwerverletzter hervor.

„Eine generelle Einschätzung ist auch für die Unfallermittler sehr schwierig, da es sich bei Verkehrsunfällen fast ausschließlich um Einzelfälle handelt“, erläutert Marscheider die Statistiken. Jeder Unfall sei anders, „aber oftmals gleichen sich natürlich mögliche Ursachen“.

Auch der Polizeihauptkommissar sieht die Häuserecke zwischen Scharnhorststraße und Moltkestraße als problematisch. Sie ermögliche keine ungehinderte Sicht von beiden Seiten.

„Es ist aber auch so, dass jeder Verkehrsteilnehmer, welcher an einen Kreisverkehr heranfährt, dies auch mit der erforderlichen Sorgfaltspflicht zu tun und gegebenenfalls anzuhalten hat“, betont Marscheider, „Vielleicht liegt darin ja ein mögliches Problem.“ Ähnliche Aussagen bezüglich einer grundsätzlichen Aufmerksamkeitspflicht hatten auch mehrere Stadträte in ihrer Sitzung angesprochen.

Die AfD-Fraktion im Stadtrat wollte ursprünglich einen Verkehrsspiegel an dem Kreisverkehr durchsetzen, um die Sicherheit und Einsehbarkeit zu erhöhen. Damit kam sie nicht durch. Einer Prüfung für ein mögliches Tempo-30-Schild an der Scharnhorststraße vor dem Kreisverkehr konnte eine Mehrheit der Stadträte allerdings zustimmen.

Wie betont wurde, soll nur ein einziges Schild dazukommen, sollte der Nutzen des Schildes nachgewiesen werden. Dieses würde automatisch mit dem Kreisel aufgehoben werden.

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