Fitnessstudiobetreiber stellen Maßnahmen vor, um wieder zu öffnen

Stendal: Trainieren trotz Corona

Dass Masken auch beim Sport getragen werden können, zeigt Manuela Schubert dem Landrat Patrick Puhlmann mit einer schnellen Onlinesuche.
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Dass Masken auch beim Sport getragen werden können, zeigt Manuela Schubert dem Landrat Patrick Puhlmann mit einer schnellen Onlinesuche.

Stendal – Immer mehr Geschäfte können seit gestern ihre Pforten wieder öffnen. Für andere gibt es bereits die ersten Pläne, wie sie vor dem 27. Mai wieder für ihre Kunden da sein können.

Der Geschäftsführer eines Stendaler Fitnessstudios, Fabian Schubert, und seine Frau Manuela haben dabei den Eindruck, dass sie und ihre Branche dabei übersehen wurden. Aus diesem Grund haben sie gestern Landrat Patrick Puhlmann eingeladen, sich einen Vor-Ort-Eindruck von ihren Möglichkeiten zu verschaffen.

Alle Geräte sind zur Demonstration auf einen zwei Meter Abstand geschoben worden. Die Türen zu den Umkleideräumen wurden ausgehängt – in ihrem Konzept sollen sie ohnehin nicht verwendet werden. „Die Leute kommen rein, stellen ihre Taschen ab, wechseln die Schuhe und gehen zu den Geräten“, erklärt Fabian Schubert. Duschen und sich umziehen müssten Besucher sich demnach zuhause. Dass diese Maßnahmen Sportbegeisterte abschrecken könnten, glaubt Manuela Schubert nicht.

Sie seien „hart im nehmen“ und würden sich darauf freuen, wieder an die Geräte zu dürfen. Selbst, wenn es nur mit Einschränkungen möglich ist. Dass es für Sportstudios noch keine Lösungen gibt, liege dem Ehepaar zur Folge auch daran, dass die im Vergleich zur Gastronomie recht jungen Betriebe noch keine große Lobby haben.

Die Krise habe bei ihnen Spuren hinterlassen. Rund zehn Prozent ihrer Kunden hätten sich abgemeldet. Viele der übrigen hätten Verständnis gezeigt und eine Abbuchung der ersten Mitgliedsbeiträge nicht abgelehnt. Mit der Maiüberweisung sei das Maß jedoch voll, wie Manuela weiter ausführt. Dabei gehe es dem Ehepaar nicht nur um seine eigene finanzielle Sicherheit. „Es geht auch nicht nur um Körperkult“, erklärt Fabian Schubert. Viele Besucher seien auch angemeldet, weil sie nach einem Burn-out etwas für sich tun wollen oder nach einer abgeschlossenen medizinischen Behandlung weiter etwas für ihre Gesundheit tun wollen. „Wenn wir die Hygiene gewährleisten können, sollten wir aufmachen können“, findet das Ehepaar. Jedoch hätten sie das Gefühl bei den Öffnungsdiskussionen nicht bedacht zu werden.

Das konnte Patrick Puhlmann teilweise wiederlegen. Seinen Angaben nach gab es Gespräche zu dem Thema. Sorgen machten den Politikern dabei jedoch der fehlende Luftaustausch beim Sport in geschlossenen Räumen. Auch das Tragen von Masken beim Sport sei den Gesprächen zur Folge nicht zumutbar.

Bei beiden Einwänden widersprechen die Schuberts vehement. Der Luftaustausch sei über das Belüftungssystem ihres Studios gesichert. Falls dies jedoch den möglichen Bestimmungen nicht genügen solle, müssten sie das akzeptieren. „Wer die Bestimmungen aber einhalten kann, sollte aufmachen könne.“ Auch die bei der Maskenpflicht sind sie sich einig und zaubern schnell ein Foto aus einem Onlineshop hervor. „Fernost ist da schon viel weiter“, erklärt Fabian Schubert und verweist auf die Sportmaske, die dort bestellt werden kann. Gerade in Städten mit starkem Smog sei es nicht unüblich, dass Menschen, die trotzdem Sport treiben wollen, dabei Sportschutzmasken tragen.

Um ihren Standpunkt zu unterstreichen, übergaben die Schuberts dem Landrat ihr verschärftes Hygienekonzept. Das enthält neben eine Begrenzung auf 70 Sporttreibende, was jedem rund zehn Quadratmeter zur Verfügung stelle, auch eine elektronische Eingangserfassung. So könne nicht nur die Zahl der anwesenden in Echtzeit verfolgt werden. Sie ermögliche es auch Infektionsketten schnellstmöglich zurückzuverfolgen.

Landrat Puhlmann zeigte sich von der Vorbereitung des Ehepaares beeindruckt, wollte jedoch nicht zu große Hoffnungen wecken. Nach aktuellem Stand sei die Antwort klar, geöffnet werden dürfe nicht. Jedoch würden die Verordnungen immer besser, die Zahl der Anfragen dazu sinke. Deshalb könnten Anfragen und Anregungen schneller bearbeitet werden. Auch liege die Entscheidung darüber nicht beim Landkreis. Jedoch wolle er mit den Anregungen sehen, was beim Land zu erreichen sei. Er rechnete damit bis spätestens Montag, 11. Mai, eine Antwort dazu zu erhalten.

VON STEFAN HARTMANN

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