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Stendal: Teilhabe auch ohne Stimmrecht

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Von: Stefan Hartmann

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Eine Wahlurne wird ausgekippt.
Die Stichwahl ist gelaufen. Mit verschiedenen Projekten hat Kinderstärken Jugendlichen die Teilhabe daran ermöglicht. © Hartmann, Stefan

Die Oberbürgermeisterwahl ist gelaufen. Nicht alle Bürger haben gewählt. Andere hätten gerne mit ihnen getauscht, durften aber noch nicht: Aus Altersgründen. Der Verein Kinderstärken wollte ihnen Teilhabe ermöglichen.

Stendal – Die Oberbürgermeisterwahl ist gelaufen – und mit dem Ergebnis scheinen die Jugendlichen der Hansestadt zumindest nicht ganz unzufrieden zu sein, wie Janine Kaminski, Projektkoordinatorin bei Kinderstärken, auf AZ-Nachfrage erklärt.

Genaue Wahlvorlieben der Stadtjugend wolle sie natürlich nicht ohne Rücksprache preisgeben, stellt sie klar. Aber zumindest bei einem Teil der Jugendlichen habe der parteilose Oberbürgermeister in spe Bastian Sieler wohl Eindruck gemacht. Das könne auch daran liegen, dass er zu den Kandidaten gehörte, die die Fragen des Wahlforums, einem der Projekte von Kaminski, ausführlich und verständlich beantwortet hatte. „Darum hatten wir gebeten, damit wir uns vorher damit auseinandersetzen können“, erklärt die Projektleiterin. Allerdings sei Sieler nicht der einzige Bewerber, der gut – oder auch nicht so gut ankam. Bei allen Kandidaten hätten die Jugendlichen etwas gefunden, die ihnen gut oder eben nicht gut gefallen hätten.

Insgesamt hätten sich die Kandidaten aufgeschlossen gezeigt und die Ideen der Jugendlichen aufgenommen. Teilweise musste die Antwort jedoch lauten, dass eine Forderung wie eine Erneuerung des Schulkonzeptes nicht in die Kompetenz eines Oberbürgermeisters fällt, auch wenn die Idee unterstützt werde. Für die Jugendlichen war aber auch das eine Gelegenheit, etwas zu lernen. „Nur, weil es keine Kommunalthemen sind, heißt es ja nicht, dass es keine wichtigen Themen sind“, sagt die Projektleiterin und schließt auch den Bogen zu den anderen Teilnehmern. Nicht alle von ihnen hatten schon das nötige Wahlalter erreicht – einige seien deshalb auch ein wenig pikiert gewesen, weil sie ihre Meinung bei der Wahl gerne eingebracht hätten, aber nicht durften. Aber auch ohne direktes Stimmrecht hätten sie über Gespräche, Diskussionen und Anfragen ihre Stimme einbringen und so an die richtige Stelle leiten können, erklärt Kaminski. Diese wichtige Lektion in demokratischer Teilhabe hätten so beide Gruppen lernen können.

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