Metallenes Mobiliar für die Fußgängerzone

Stadt Stendal tauscht marode Bänke aus

Ein Mädchen lehnt in der Stendaler Fußgängerzone an einer Sitzbank aus Holz.
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Bänke wie diese auf der Breiten Straße in Stendal sollen verschwinden. Es kommt noch mehr Metall ins Spiel.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der Austausch des Mobiliars in der Stendaler Fußgängerzone soll nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Es geht vor allem um die Sitzgelegenheiten, die Beleuchtung und die Abfallbehälter.

Stendal – Die Stadt schiebt es nicht weiter auf die lange Bank. Wer sich in der südlichen Breiten Straße, der Einkaufs- und Flaniermeile in Stendal, kurz ausruhen möchte oder auch nur einmal die Sonne genießen will, der soll das nicht mehr auf den alten Bänken machen müssen. Auch Lampen und weiteres Inventar dieser Art werden ausgetauscht. „Zunächst sollen Belag und Möblierung am Sperlingsberg erneuert werden, wofür bereits 868.500 Euro an Fördermitteln bewilligt wurden. Dies soll nach dem Sachsen-Anhalt-Tag 2022 erfolgen“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage mit. Arbeiten in der weiteren Fußgängerzone stehen ab 2023 auf der Liste. Auch bei diesem Maßnahmebündel will die Stadt von Fördermitteln profitieren, wobei hier erst ein Teilbetrag bewilligt ist.

Erst Sperlingsberg, dann Breite Straße

Das Mobiliar auf dem Winckelmannplatz. Ähnliche Metallbänke auf dem Marktplatz in Stendal haben keine Rückenlehne.

Stahloptik-Modelle derzeit favorisiert

So mancher sieht auf den mehr als zwei Jahrzehnte alten kommunalen Möbeln Kratzer, Löcher, Schmierereien und anderen Dreck. Schon mehrmals musste der Austausch verschoben werden, weil das Geld fehlte oder an anderer Stelle wichtiger war. Immer wieder einmal war das Ganze auch Thema in Einwohnerfragestunden politischer Gremien. „Da gibt es nicht viel zu relativieren oder einzuschätzen. Die gesamte Möblierung unserer Fußgängerzone – die Bänke, die Laternen, die Abfallbehälter, die Fahrradständer – ist verschlissen und vermittelt keinen schönen Eindruck mehr“, erkennt Fischbach. 180.000 Euro über das Programm „Lebendige Zentren“ sollen das Bild verbessern helfen. 120.000 Euro könnten von Bund und Land kommen, 60.000 Euro als Eigenmittel von der Stadt.

Abfallbehälter in der Stendaler Fußgängerzone sollen ebenfalls ausgetauscht werden.

Frischekur zuletzt mehrmals vertagt

Schon spätestens 2017 schienen die Arbeiten ausgemacht, doch Pustekuchen. Das abgenutzte Inventar in der vielleicht wichtigsten Einkaufsmeile der Region blieb. „Überraschenderweise halten sich die Meldungen aus der Bevölkerung hierzu aber in Grenzen. Gerade wenn man die öffentlichen Reaktionen an anderen Orten, mit teils wesentlich neuerer Möblierung, bedenkt“, meint der Rathaussprecher. So oder so, nun soll der Austausch tatsächlich passieren. „In der Überlegung steht, die Laufbänder sowohl in der Fußgängerzone als auch auf dem Sperlingsberg ähnlich wie in der Marienkirchstraße zu gestalten. Die Möblierungselemente sollen denen am Marktplatz und Winckelmannplatz gleichen.“ Gemeint sind die Modelle in Stahloptik. Ob sich die Stückzahl ändert, ist offen.

Beschmiert und beklebt: Laternen wie diese in der Fußgängerzone von Stendal sind gezeichnet.

Ähnlich wie schon an Winckelmannplatz, Marktplatz und Ostwall werde die künftige Stadtmöblierung dann einen „ansprechenden, modernen Look annehmen und sich in die übergreifenden Gestaltungsideen der Innenstadt einfügen“. Und weiter: „Widerstandsfähiger und leichter zu reinigen sind die Modelle obendrein auch.“ Holzbänke verschwinden zunehmend aus dem Straßenbild. Warum auf die Fußgängerzone besonderes Augenmerk gelegt werden sollte, Fischbach muss nicht lange überlegen: „Es handelt sich um den zentralen Bereich der Altstadt, der für den Einzelhandel, die Gastronomie und auch für die Kultur von höchster Bedeutung ist. Mit ihrer wichtigen Handels- und Dienstleistungsfunktion kann man sie gut und gerne als Rückgrat unserer Innenstadt bezeichnen.“

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