1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Stendal

Stendal: Tankkunden springen darauf an

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefan Hartmann

Kommentare

Ein Tanklaster an einer Tankstelle.
Erst der Tankstoff, der gestern geliefert wurde, kann vom Tankrabatt profitieren. Trotzdem sind die Preise an den Tankstellen bereits vorher gesunken. © Hartmann, Stefan

Auch in Stendal sind die Kraftstoffpreise teilweise deutlich gesunken. Zumindest wenn mit dem Wert vom Vortag verglichen wird. Während viele die relativ günstigen Preise nutzen, bleibt doch auch ein eher bitterer Beigeschmack.

Stendal – Die Spritpreise in der Stadt Stendal sind gesunken – zumindest im Vergleich zum Vortag. Von günstigem Kraftstoff will aber vermutlich noch niemand reden. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen war der Preis merklich angestiegen. Mehr als 2,10 Euro pro Liter Benzin waren häufig fällig. Da käme man sich schon ein wenig veräppelt vor, erklärt eine Tankstellenmitarbeiterin, die aus offensichtlichen Gründen lieber anonym bleiben möchte.

Eine reine Milchmädchenrechnung sei das, findet auch Kunde Thomas Teutschbein. Gerade in den vergangenen Tagen seien die Preise deutlich gestiegen. Deshalb seien mit dem Tankrabatt die Preise effektiv nur wenig gesunken. Auch wenn der Effekt bislang noch nicht so groß wie teilweise gehofft ist, herrscht an den Tanksäulen eher gute Laune. So auch bei Patric Konkel der, wie er sagt, bereits zum zweiten Mal da ist. Morgens um sein eines Auto zu tanken und später mit dem anderen und zwei Kanistern. Er freue sich über die gesunkenen Preise erklärt er. Und die Ehefrau ist auch glücklich, erklärt die von der anderen Seite des Autos, während er die Kanister auf der Beifahrerseite einlädt.

Ein wenig überrascht von den gesunkenen Preisen zeigt sich Stadtratsmitglied Joachim Röxe, Vorsitzender der Fraktion Linke/Bündnisgrüne. Zuvor war viel darüber diskutiert worden, wie schnell der Rabatt in den Geldbeuteln der Verbraucher ankommen könne – sofern er es überhaupt tut. Schließlich kann erst der am 1. Juni von den Tankstellen gekaufte Kraftstoff von der Mehrwertsteuersenkung profitieren. Vorherige Restbestände müssten teuer bleiben. Jedoch gingen die Preise recht zügig, zumindest ein bisschen, nach unten. Ob die vorherige Diskussion um die Spritpreise die Kraftstoffkonzerne beeinflusst hat, muss zu diesem Zeitpunkt Spekulation bleiben. Bei einem ist Röxe sicher: „Die Ölmultis werden nicht pleite gehen.“

Dass die Preise schon vor den Lieferungen deutlich runter gingen, bestätigt sich jedoch immer wieder. So auch bei der Tankstelle an der Salzwedeler Straße, die zumindest zeitweise mit Preisen von unter 1,90 pro Liter lockte, auch wenn der Tankwagen erst gegen Mittag auf dem Hof stand. Morgens seien die Kunden noch vorsichtig gewesen, erklärt Mitarbeiterin Jennifer Krätzschmar. Als die Preise gegen 9 Uhr dann auf 1,84 Euro pro Liter sanken, habe sich eine Fahrzeugschlange bis auf die Straße gebildet. Um die Mittagszeit war es ein wenig ruhiger auf dem Tankstellengelände – was wohl an dem großen Tanklaster liege. Sobald der wieder abgefahren ist, kämen bestimmt wieder mehr Kunden, ist sich die Mitarbeiterin sicher. Ein wenig merkwürdig sei die Preisentwicklung schon, findet sie. Schließlich seien die Preise pro Liter vor einigen Wochen schon ähnlich gewesen – auch ganz ohne Tankrabatt.

An anderen Tankstellen sei der Ansturm nicht so sehr zu bemerken gewesen, wie zwei Mitarbeiterinnen erklären. Die gesamte Woche sei eher wenig getankt worden, erklärt eine von ihnen. Da hätten am Mittwoch schon mehr Kunden angehalten. Bei der anderen Tankstelle habe es kaum Schwankungen gegeben, sagt deren Mitarbeiterin. Jedoch habe eine Tankstelle im Verbund indirekt von der Lage profitiert: Den Nachbarn sei der Sprit ausgegangen, so habe sie gehört. Deshalb seien dort besonders viele Kunden gewesen.

Auch interessant

Kommentare