Parkplatzverkauf passt dem Rathaus ganz gut ins Verkehrskonzept

Stendal: Stadt drängt Autos aus Zentrum

Den Parkplatz zwischen Brüderstraße und Deichstraße wird es so zukünftig wohl nicht mehr geben. Es soll gebaut werden, allein in welcher Form scheint noch unklar.
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Den Parkplatz zwischen Brüderstraße und Deichstraße wird es so zukünftig wohl nicht mehr geben. Es soll gebaut werden, allein in welcher Form scheint noch unklar.

Stendal – 70 Stellflächen und mehr auf einen Schlag könnten erst einmal wegfallen. Durch einen Verkauf des Parkplatzes zwischen Brüderstraße und Deichstraße dürfte es für Autofahrer in der Stendaler Altstadt ziemlich eng werden, denn dieser zeichnet sich durchaus ab.

Und er passt Politik und Verwaltung auch noch ganz gut ins größere Konzept.

„Fest steht, dass über das Parkkonzept auch eine Verkehrslenkung in der Innenstadt realisiert werden soll“, lässt Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage wissen. „So soll insbesondere das langfristige Parken über den gesamten Tag teurer werden, um einerseits eine höhere Fluktuation und somit mehr Stellplätze für Gäste und Touristen zu haben. Andererseits soll damit das Gesamtaufkommen von Pkw in der Innenstadt reduziert werden. “.

Der Parkraum Altstadt scheint demnach vor einem Umbruch. Wie das Gelände Brüderstraße nahe dem Rathaus hineinpasst, wird sich zeigen. Es misst knapp 2200 Quadratmeter, was noch nicht einmal einem halben Fußballfeld entspricht. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Interessenten gegeben, die aber schnell wieder einen Rückzieher machten. Das Parkraumkonzept der Stadt müsse neu betrachtet werden, heißt es. „Überlegungen für ein mehrgeschossiges Parkhaus in der Innenstadt werden bereits seit 2015 unternommen, konnten sich aber bislang nicht materialisieren.“ Was das nun konkret für die Zukunft heißt, lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen. Die Tage des nicht sonderlich schönen Parkplatzes in bester Lage scheinen allerdings so oder so gezählt.

Eine „konzeptbezogene Ausschreibung“ endetet am 21. August, die Angebote wurden, wie berichtet, im Liegenschaftsausschuss des Stadtrates hinter verschlossener Tür eröffnet. „Die unterschiedlichen Konzepte werden derzeit in unserem Fachamt geprüft. Die Ergebnisse werden wiederum den Fachausschüssen vorgelegt.“ Ergo: Es gibt mehr als ein Angebot, die politischen Gremien haben die Wahl. „Der Käufer steht noch nicht fest. Weiterhin steht es der Hansestadt Stendal auch nicht zu, die Identität der Kaufinteressenten offenzulegen. Wie sich die Übergangsphase des Grundstücks gestaltet, werden wir zu gegebener Zeit bekannt geben.“ Möglich scheint nicht zuletzt eine Wohnbebauung mit Tiefgarage. Die Stendaler dürften ganz genau hinschauen wollen.

Immer wieder einmal werden Rufe nach mehr Parkplätzen in der Innenstadt laut, das Parkraumkonzept zeichnet einen anderen Weg vor. Den Parkplatz Brüderstraße nutzen vor allem auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, ihr Arbeitsplatz ist nah. Mit der Ausschreibung verbunden sei die Vorgabe, mindestens 30 öffentliche Stellplätze anzulegen. „Somit wird die Parkfunktion des Areals nicht vollständig aufgehoben“, meint Fischbach. Im Übrigen könne auch der Parkplatz Wüste Worth ein Stück weiter entfernt von Stadtmitarbeitern genutzt werden. „Es stimmt jedoch zweifellos, dass der Wegfall eine gewisse Überbrückungsphase auslösen wird, in der sich berufspendelnde Kollegen neu orientieren müssen.“ Dasselbe dürfte für Anwohner und Altstadtbesucher gelten. VON MARCO HERTZFELD 

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