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Stendal: Sportler kehren nur langsam in die Studios zurück

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Von: Stefan Hartmann

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Mehrere Menschen trainieren in einem Fitnessstudio.
Immer mehr Menschen zieht es wieder zurück an die Sportgeräte. Aber noch nicht so viele wie noch 2019 – vor Beginn der Pandemie. © Hartmann, Stefan

Die Sportstudios haben in den vergangenen Jahren einiges erdulden müssen. Mit dem Ende vieler Einschränkungen kehren auch die Kunden zurück. Aber es dauert seine Zeit. Die Unsicherheit bleibt deswegen groß. 

Stendal – Die Welt könnte so einfach sein. Direkt neben dem Gesundheitsstudio an der Erich-Weinert-Straße hat es ein Corona-Testzentrum eröffnet. Während der Bedarf daran, auch dank weitreichender Lockerungen, immer weiter zurückgeht, könnten die Menschenmassen ebenso freudig auch wieder mit dem Sport durchstarten. Aber so einfach ist es leider nicht, erklärt Trainer Marcel Dehnhardt auf AZ-Nachfrage.

Ja es kämen auch wieder mehr Menschen in das Gesundheitszentrum. Insbesondere im Vergleich mit dem Jahr 2020. Aber es laufe schleppender als noch 2019. Ein Vergleich mit der selben Zeit in 2021 sieht noch trauriger aus: Die Fitnessstudios waren noch immer wegen des verlängerten Novemberlockdowns geschlossen. Trotz der vielen Ausfälle in den vergangenen Jahren habe sich das Studio halten können. Das habe auch mit Glück zu tun. „Hätten wir ein Jahr später umgebaut hätte uns das umhauen können“, sagt Dehnhardt. Aber eine besondere Rolle komme den Kunden zu. Sie seien treu geblieben – trotz teilweise Monatelanger Trainingspause.

Aufatmen will man im Gesundheitsstudio lieber noch nicht. Zwar sei mit den Coronabeschränkungen auch Stress von den Besuchern und vom Team abgefallen, aber niemand könne sagen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, sagt Dehnhardt. Ganz abgesehen davon, dass mit dem Krieg in der Ukraine bereits die nächste in den Startlöchern steht, erinnert der Trainer. Steigende Preise könnten dazu führen, dass die Menschen die Wahl treffen müssen, wo sie den Gürtel enger schnallen. Keinesfalls, so Dehnhardt, sollte das bei der Gesundheit gemacht werden.

Der fehlende Sport hätte vielen Menschen während der vergangenen Jahre zu schaffen gemacht. Sowohl bei der körperlichen als auch bei der psychischen Gesundheit. „Zuhause fällt es schwerer, sich zu motivieren“, erklärt Dehnhardt. Mit der fehlenden Bewegung, seien dann Probleme wie Rückenschmerzen zurückgekehrt. Einige Kunden hätten berichtet, dass erst die Pause sie daran erinnert hatte, wieso sie sich fürs Studio angemeldet hatten, sagt der Trainer. Aber auch auf sozialer Ebene habe es Defizite gegeben. Freundschaften, die beim Sport geschlossen wurden, brachen weg. Viele Menschen machten sich sorgen um ihren Beruf und die Gesundheit. Da könne der Sport ein wichtiges Zahnrad sein, um dem gegenzusteuern. Der Rattenschwanz, den die Pandemie hinter sich herzieht, könne man wohl noch lange nicht abschätzen, findet der Trainer. Aber die Gesundheitsvorsorge können vielleicht einen Teil dazu beitragen, dem entgegenzusteuern. Das sei auch den Kunden zu verdanken, sagt er ganz deutlich.

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