Mehr als 500 Dosen verabreicht / Verschiedene Gründe für Akzeptanz möglich

Stendal: Sonderaktion beliebter als Impfzentrum

Eine Menschenschlagen zieht sich über einen Parkplatz zu den Zelten in denen die Sonderimpfaktion stattfindet.
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Vom Dach des Supermarktes aus können die Impfwilligen, die sich über den Parkplatz schlängeln, gut beobachtet werden.
  • Stefan Hartmann
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Bei der Sonderimpfaktion waren mehr Interessierte als sonst im Impfzentrum. Dafür gibt es mehrere Gründe. 

Stendal – Die Impfbereitschaft in Deutschland ist gesunken. Im Landkreis Stendal hat dieser Trend zwar ein wenig auf sich warten lassen, andere Impfzentren reduzierten bereits ihre Kapazitäten, als das örtliche noch ausgelastet war, aber mittlerweile wird seine Leistung auch nicht mehr völlig ausgeschöpft. Die Öffnungszeiten wurden deshalb bereits wieder verkürzt (AZ berichtete). Aktuell besuchen 80 bis 100 Personen täglich das Impfzentrum, wie Sebastian Stoll, Stellvertreter des Landrates erklärt. Um so erfreulicher sei es, dass bei der gestrigen Sonderimpfaktion auf dem Supermarktparkplatz an der Industriestraße bereits in den frühen Morgenstunden viele Impfwillige anstehen. „Das haben wir uns gewünscht“, kommentiert Stoll die rund 200 Personen umfassende Warteschlange, die sich quer über den Parkplatz und fast bis zum Baustofflager des Baumarktes zieht.

Fast bis zum Lager des örtlichen Baumarktes warten die künftigen Impflinge, um ihre Dosis zu erhalten.

Warum die Aktion vergleichsweise gut angenommen wird, müsse noch ausgewertet werden, gibt Stoll zu verstehen, denn es gebe mehrere mögliche Gründe. Sowohl im Impfzentrum als auch bei der Sonderaktion ist kein Termin erforderlich. Ein mögliches Zugpferd könnte der verwendete Impfstoff von Johnson und Johnson sein, der nur einmal injiziert werden muss. Andererseits könne es aber auch am Ort liegen: „Wir haben uns mit anderen Landkreisen, die solche Aktionen schon gemacht haben, besprochen“, erklärt Stoll. Bei diesen hätte es auch bei Parkplatzaktionen einen besseren Zuspruch gegeben, unabhängig vom verwendeten Impfstoff.

Damit stehe nun die Frage im Raum, an welcher Stelle gedreht werden müsse, um die Impfbereitschaft im Landkreis wieder zu erhöhen. „Wenn es um den Impfstoff geht, den können wir auch im Impfzentrum anbieten“, stellt Stoll klar. Damit würde den Mitarbeitern der zusätzliche Stress, den es bedeutet, eine Außenstelle aufzubauen, erspart werden. Aber auch wenn Außentermine den entscheidenden Faktor darstellen sollten, werde sich das in Zukunft sicher einrichten lassen.

Bis 15.45 Uhr hatten sich insgesamt 350 Personen mit Johnson und Johnson impfen lassen. Für das Vakzin von Biontech entschieden sich 146 Personen, wovon 80 ihre Erstimpfung in Anspruch nahmen, gibt Stoll einen Zwischenstand. Angesetzt war die Impfaktion bis 18 Uhr.

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