Linda vergisst schwere Tage

Stendal: Sheltie-Dame verliert Kilos – und kämpft mit neuer Krankheit

Linda zu ihren schwersten Tagen im Frühjahr. Die Sheltie-Dame aus der Westaltmark hat inzwischen gut sieben Kilogramm abgespeckt. Die Diät wirkt.
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Linda zu ihren schwersten Tagen im Frühjahr. Die Sheltie-Dame aus der Westaltmark hat inzwischen gut sieben Kilogramm abgespeckt. Die Diät wirkt.

Stendal – „Na komm! Wir zeigen einmal, was schon geht. “ Claudia Ladwig gibt Linda mit der Leine einen kurzen Ruck und los geht es in Richtung Lieblingswiese. Die Hundedame läuft einige Meter ziemlich flüssig.

Kein Vergleich zu Mitte April, als der Sheltie schon nach ein paar Schritten schlappmachte und schwer nach Luft schnappte. Mit sage und schreibe 25,2 Kilogramm war der Hund im Gardelegener Tierheim abgegeben worden, genau 18,1 Kilogramm brachte er nun zuletzt beim Veterinärmediziner auf die Waage. „Ein tolles Ergebnis, doch der Weg ist noch lang“, weiß die Stendaler Tierschützerin Ladwig. „Zumal leider noch eine weitere Baustelle dazugekommen ist, an der Gesäugeleiste wurde ein Tumor entdeckt.“

Die frühere Besitzerin soll Linda völlig falsch gefüttert haben, mit Sahne-Geschnetzeltem und ähnlichen Kalorienbomben. Weil dazu offenbar an Bewegung gespart wurde, konnte der Hüte- und Begleithund dermaßen aufgehen. Normal wäre ein Gewicht von vielleicht zwölf Kilogramm. Als die AZ Ladwigs Schützling im Frühjahr das erste Mal sah, waren immerhin schon gut zwei Kilogramm runter. Weil die Hündin intensive Betreuung und Pflege benötigte, hatte die Tierschützerin sie nach Stendal geholt. Linda sei bereits in der Vermittlung, doch ein mögliches neues Zuhause müsse wirklich passen. „Wenn es nicht klappt, bleibt sie eben bei uns, in ein Tierheim soll sie nicht zurück, das hilft ihr nicht genug.“

Dafür sei der Leidensweg einfach zu besonders und herausfordernd. Die knapp fünfjährige Sheltie-Hündin landete im westaltmärkischen Tierheim, weil ihr Frauchen verstorben sei. Linda kämpfte mit chronischer Verstopfung, alle paar Tage war ein Einlauf fällig. Das enorme Gewicht veränderte die Vorderbeine, Schmerzmittel sollten helfen. „Gelenkprobleme hat sie weiterhin, auch Blasensteine sind noch vorhanden“, berichtet Ladwig. All das gehe natürlich ins Geld. Der Tumor am Gesäuge soll operiert werden. Es scheine fast so, als sollten alle Krankheiten dieser Welt diese Hündin treffen. „Und dennoch lohnt sich der Einsatz, all der Kampf, weil sie doch noch so jung ist.“

Ein Sheltie könne bis zu 14 Jahre und mehr alt werden, weiß Ladwigs Ehemann Andy, ebenfalls Mitglied im Gardelegener Tierschutzverein. Noch habe Linda ein paar Kilogramm zu viel auf den Rippen, noch solle sie möglichst bis zu 500 Gramm in der Woche verlieren. Mit der Brechstange dürfe die Pflegefamilie nicht vorgehen, sonst spiele der Kreislauf so richtig verrückt und alles wäre umsonst. Linda werde nach wie vor regelmäßig vom Tierarzt untersucht, Blut- und Urinwerte würden kontrolliert. „Sie ist ein aufgeschlossenes und liebenswertes Wesen und hat es einfach verdient, ein möglichst problemfreies Hundeleben zu führen“, hat auch der Herr des Hauses sie längst ins Herz geschlossen.

Das Haus teilen muss sich Linda regelmäßig mit Katzen, denn die Ladwigs sind eigentlich eine Pflegestelle für Samtpfoten. Unter anderem elf Katzenkinder tollen momentan bei ihnen umher, drei sollen schon bald abgegeben sein. Auch für die anderen Kitten suchen sie ein Zuhause. Sheltie-Dame Linda verstehe sich mit Katzen und müsse ihr Spezialfutter ja auch nicht mit ihnen teilen. Diät und Bewegung bleiben oberstes Gebot. Medikamente, Operation und anderes mehr haben ihren Preis, den Tierschutz gebe es nicht umsonst. Wer Linda helfen will, spenden oder anders helfen möchte, findet die nötigen Angaben unter www.tierheim-gardelegen.de oder erreicht Familie Ladwig direkt unter Tel. 0151/20780386. VON MARCO HERTZFELD  

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