Rathaussprecher Armin Fischbach: Vogelbeere hat sich nicht bewährt

Stendal: Schlechter Baumbestand und Unkraut stören Anwohner an Röxer Straße

Unkraut an der Röxer Straße in Stendal.
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Die Baumeinfassungen an der Röxer Straße sind grüner als vorgesehen: Dreimal im Jahr werden sie von Unkraut befreit. Einige Anwohner finden, das sollte öfter passieren.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Mehrere tote und beschädigte Bäume verunzieren die Röxer Straße. Die Stadtverwaltung hat diese bereits im Blick. Bereits ab Herbst sollen die schadhaften Bäume mit gesunden ersetzt werden.

Stendal – „Der Anblick in der Röxer Straße ist einfach nur noch ein Trauerspiel“ findet Anwohner Dirk Reinecke. Es gebe viele tote oder kranke Bäume. Auch die Grünflächen um diese herum ließen mit dem Unkrautwuchs, der teilweise hüfthoch steht, zu wünschen übrig: „Die Einfassungen werden zwar gereinigt, aber wie deutlich zu sehen ist, viel zu unregelmäßig.“

Das Problem ist der Hansestadt bekannt, jedoch gebe es auch gute Nachrichten, wie Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage erklärt: „Der Zustand der Bäume ist unterschiedlich. Sieben Stück sind komplett abgestorben, während weitere fünf Stück nur in Kronenteilen abgestorben sind. Die restlichen 33 Bäume zeigen derzeit eine zufriedenstellende bis gute Qualität.“ Und der schlechte Baumbestand soll nicht mehr lange bleiben. Die zwölf abgestorbenen beziehungsweise teilweise abgestorbenen Bäume sollen im kommenden Herbst und Winter ersetzt werden.

Garantien, dass das Problem damit behoben ist, könne es jedoch nicht geben. Es habe sich gezeigt, dass sich die Baumart Vogelbeere an diesem Standort nicht bewährt habe, sodass auf andere Baumarten zurückgegriffen werde. „Hierzu gibt es noch keine abschließende Entscheidung“, erklärt Fischbach jedoch ebenfalls. Zusätzlich solle geprüft werden, ob ein Bodenaustausch in den Pflanzgruben eine Verbesserung bewirken könne. Sicherheit gebe das jedoch nicht. „Zahlreiche Faktoren, die den Stress der Bäume verursachen, spielen hier mit rein“, erläutert Fischbach den schlechten Zustand der Bepflanzung. Zu den Problemstellen gehören auch das Überfahren des Wurzelraums und das Parken in Baumnähe. Das führe zu Bodenverdichtungen und einer Verschlechterung der Bodendurchlüftung. Mehrfach seien auch Rindenverletzungen am Stamm, beispielsweise wegen Sperrmüllablagerungen, festgestellt worden.

„Weitere Ursachen können Streusalz- und Hundeurineintrag in den Boden sein“, zählt der Stadtsprecher weitere Faktoren auf. Weiterhin hätten in den vergangenen Jahren Hitze, Trockenheit und Temperaturschwankungen den Straßenbäumen stark zugesetzt. Schwierig sei auch der geringe durchwurzelbare Raum, der Bäumen am Straßenrand zur Verfügung steht. Deswegen falle es den Bäumen schwer, ausreichend Wasser zu speichern.

Die Einfassungen werden dreimal jährlich von Hand von Unkraut befreit. Der recht großzügige Turnus habe jedoch keinen Einfluss auf die Baumgesundheit, denn diese ziehen ihr Wasser aus tieferen Erdschichten. „In diesem Jahr hatten wir im gesamten Stadtgebiet witterungsbedingt mit einem verstärkten Unkrautaufkommen zu kämpfen. Vereinzelt werden die Arbeiten daher intensiviert. Flächendeckend können aus Kapazitätsgründen aber keine zusätzlichen Pflegegänge durchgeführt werden“, erklärt Fischbach.

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