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Stendal: Rolandkunstwerk zum Begrabbeln

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Von: Stefan Hartmann

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Detailaufnahme der Rolandplastik: Der Kopf der Statue wird per Ochsenkarren transportiert.
Viele große und kleine Details laden dazu ein, die Plastik genauer zu erkunden. An welchen Stellen besonders oft neugierige Finger landen, muss sich noch zeigen. © Hartmann, Stefan

Schon vor der offiziellen Einweihung der Rolandbronze vor dem Altmärkischen Museum war die Plastik zum Besuchermagnet geworden.  

Stendal – Nun steht sie und ist auch offiziell eingeweiht: Die rund 500 Kilogramm schwere Bronzeplastik, die den Stendaler Roland während seines Aufbaus im Jahr 1525 zeigt. In dem Moment der Einweihung war sie noch – quasi auf Wunsch der Organisatoren – von Raureif bedeckt. Aber wie auf allen Bronzeskulpturen wird sich nach und nach eine grüne Patina auf dem Kunstwerk bilden. Nur dort nicht, wo sie regelmäßig berührt oder entsprechend behandelt wird. Und Anfassen ist ausdrücklich erwünscht, sagt Mitorganisator Michael Hentschel.

Wo genau es die Hände der interessierten Altmärker hinführen wird, lässt sich noch nicht genau abschätzen. „Ich hoffe ja auf das Hinterteil der Kuh“, sagt Hentschel auf AZ-Nachfrage. Aber auch mit deren Nase oder Gehörn könnte er gut leben. Das sind die wahrscheinlichen Punkte, pflichtet Künstler Wolfgang Friedrich dieser Einschtäzung bei. Ebenso könnte es aber auch den Kopf des Roland, der noch auf dem Karren herangefahren wird, treffen. „Generell Köpfe werden oft angefasst“, berichtet er von seiner Erfahrung mit Bronzeskulpturen. Manchmal werden diese Berührungen auch gesteuert. So war es bei einer Auftragsarbeit für eine Universität. Bei dieser wurde kurzerhand eine Tradition für Absolventen eingeführt, dass sie eine bestimmte Stelle berühren müssen. In Stendal soll sich das aber selbst entwickeln.

Oberbürgermeister Bastian Sieler (parteilos) freute sich, über den zahlreichen Zuspruch, den die Einweihung erfahren konnte. Trotz frostiger Temperaturen und der relativ frühen Uhrzeit waren mehr als 80 Interessierte vor Ort. Auch wenn es nun keinen Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal gegeben hatte, stehe die Plastik doch noch recht pünktlich: In drei Jahren jährt sich die Aufstellung des Marktplatz-Rolands zum 500. Mal. „Wir Stendaler feiern ja gerne Jubiläen“, ließ Sieler anklingen, dass die Stadt möglicherweise schon Pläne dafür entwickelt.

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