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Stendal: Rico Goroncy (Die Linke) will Oberbürgermeister werden

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Von: Stefan Hartmann

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Oberbürgermeisterkandidat von Die Linke Rico Goroncy (Mitte) mit Ehefrau Katrin.
Rico Goroncy (Mitte) stellt sich der Wahl zum Oberbürgermeister. Er kann sich der Unterstützung seiner Frau Katrin und seines Stadtverbandes sicher sein. © Stefan Hartmann

Im kommenden Jahr wählt die Hansestadt Stendal einen neuen Oberbürgermeister. Mittlerweile gibt es drei Bewerber: Rico Goroncy wurde von der Linken am Montagabend einstimmig zum Kandidaten gekürt.

Stendal – In das Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters der größten Stadt der Altmark reiht sich ein weiterer Kandidat ein: Rico Goroncy (Die Linke) wurde am Montagabend von seinem Stadtverband einstimmig gekürt.

„Wenn mir das 1995 jemand gesagt hätte“, sagt Goroncy während seiner Vorstellungsrede zur Kandidatur auf das Oberbürgermeisteramt 2022. „Ich hätte mich köstlich amüsiert.“ Und doch ist es so. Der 41-jährige, so berichtet er, habe schon einige Stationen in seinem Leben durchlaufen, die ihn geprägt haben. Dazu gehöre nicht nur seine Arbeit seit knapp zehn Jahren als Vorsitzender des Post SV Stendal, als Versicherungsvertreter oder Stadtratsmitglied. Auch seine Arbeit als Zeitsoldat und seine Rückkehr nach Deutschland aus dem Afghanistan-Einsatz 2008 hatten Einfluss auf ihn. Fragen wie: Warum müssen Rentner in Deutschland Flaschen sammeln und warum scheint es ausreichend zu sein, dass Kinder nur eine Mahlzeit am Tag bekommen. Diese Probleme hätten sich in den vergangenen Jahren nicht geändert.

„Ich möchte mich nicht bewerben, sondern ein Angebot machen“, erklärt Goroncy zu seiner Kandidatur. Als Oberbürgermeister der Stadt, sofern er denn gewählt werde, solle er sich dafür einsetzen, die Interessen der Stadt, ihrer Bürger, aber auch ihrer Angestellten und gewählten Vertreter zu vertreten. Mit der Wahl des Oberbürgermeisters starte quasi eine neue Saison, erklärt der Sportvereinsvorsitzende. Als neuer Spielführer wolle er das gesamte Team mitnehmen. Im Gegensatz zu anderen Kandidaten habe er zwar keine 17-jährige Politik-Erfahrung oder ein Verwaltungsstudium, aber: „Oberbürgermeister waren die anderen auch noch nicht“, sagt Goroncy selbstbewusst. Er habe Höhen und Tiefen erlebt, aber eben auch gemeistert. „Ich trete aus der Mitte der Stadt für diese Stadt an.“

Dazu gehöre es auch, alle wieder an einen Tisch zu kriegen. Bürger sollten ihre Beteiligungsmöglichkeiten nutzen und dabei nicht wochen- oder monatelang auf Antworten warten müssen. Aber auch die Angestellten der Stadt sollten geschützt werden. In seiner bisherigen Zeit als Stadtrat habe er erleben müssen, dass städtischen Mitarbeitern ihre Kompetenzen abgesprochen wurden. Um die Wogen wieder zu glätten, wolle er mit allen in den Dialog treten – klären, wo es hakt und wo es fehlt, aber auch, wo es gut geht.

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