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Stendal: Rathaus will Schmierer und Kleber anzeigen

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Schild, das auf den Parkplatz Uchtewall hinweist, ist beschmiert, beklebt und verbogen.
Teile städtischen Eigentums haben bereits bessere Tage gesehen. © Hartmann, Stefan

Eine Flut von Aufklebern und Graffiti ist in der Stadt Stendal und ihren Ortsteilen zu beobachten. Nun hat die Stadtverwaltung weitere Schritte ergriffen: Alles wurde fotografisch dokumentiert, um die Täter anzuzeigen.

Stendal – Die Stendaler Stadtverwaltung hat den Kampf gegen Graffiti, Aufkleber und sonstige Schmierereien verstärkt. Tausende Fotos seien von den Verunreinigungen gemacht worden, verkündete Oberbürgermeister Bastian Sieler (parteilos). Die beständigen Forderungen, etwas gegen die zahlreichen Schmierereien und Aufkleber zu tun, scheint damit Frucht getragen zu haben: Es soll eine Anzeige folgen und die Reinigung betroffener Stellen in Auftrag gegeben werden.

Eine genauere Zahl der im Stadtgebiet festgestellten Sachbeschädigungen konnte die Stadtverwaltung auf AZ-Nachfrage jedoch noch nicht liefern. „Die Feststellungen der Graffiti und Aufkleber laufen weiterhin. Daher handelt es sich um eine stetig steigende Anzahl, die nicht beziffert werden kann“, antwortet Stadtsprecherin Susanne Hellmuth. Nach der Dokumentation müssten die Bilder nun ausgewertet werden. Erfasst werden dabei nur die Schäden an städtischem Eigentum – die dann schließlich auch angezeigt werden sollen. „Privates Eigentum ist nicht Gegenstand dieser Anzeige“, stellt Hellmuth fest. Laufen wird die Anzeige dann letztendlich gegen unbekannt.

Welche Kosten mit der Bereinigung auf die Stadtkasse zukommen, ist noch unklar. Eine Schadenshöhe könne noch nicht benannt werden, da auch die Behebung von Fall zu Fall unterschiedlich zu bewerten sei. Derzeit plane das Rathaus jedoch, die Schäden am städtischen Eigentum auch von städtischem Personal beseitigen zu lassen. „Um arbeitsfähig zu bleiben, behält man sie sich vor, auch externe Firmen zu binden. Hierzu muss jedoch die Finanzierung geklärt werden“, erläutert Hellmuth weiter. Auch eine Schätzung des von unbekannten Personen angerichteten Schadens soll noch nicht versucht werden. Dabei spielen zu viele Faktoren ein. Einige Aufkleber seien leichter zu entfernen als andere. Auch deren Anzahl und Größe spiele eine Rolle. „Bei zu starker oder zu großer Verschmutzung wird unter Umständen der sofortige Austausch kostengünstiger als die Reinigung.“

Viele Möglichkeiten, Aufkleber auf städtischem Eigentum zu verhindern, gibt es nicht. Eine der wenigen Optionen ist es, teurere Schilder zu kaufen, die eine Spezialbeschichtung haben, die das Anhaften von Aufklebern fast gänzlich verhindert. „Es kann also nicht festgestellt werden, ob saubere Verkehrszeichen Ziel eines Angriffs waren“, heißt es daher aus dem Rathaus. Und auch: „Somit kann die Wirksamkeit vermutet, aber nicht belegt werden.“ Trotz dieser Unbelegbarkeit schafft die Hansestadt grundsätzlich alle Verkehrszeichen mit dieser Beschichtung an. 2022 sollen es 350 bis 400 Stück gewesen sein.

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