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Stadt Stendal prüft Kreisverkehr an der Scharnhorststraße

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Der gut befahrene Kreisverkehr an der Scharnhorststraße
Die Aufstellung eines Tempo-30-Schildes am Kreisverkehr Scharnhorststraße, Ecke Moltkestraße, will der Stendaler Stadtrat prüfen lassen. © Lina Wüstenberg

Ob der Kreisverkehr an der Scharnhorststraße, Ecke Moltkestraße, in Stendal ein Tempo-30-Schild bekommen soll oder eben nicht, wurde im Stadtrat lang und breit diskutiert.

Stendal - Dabei ging es in dem Antrag der AfD-Fraktion zunächst nur um eine Prüfung einer Aufstellung des Schildes. Die schlussendliche Entscheidung fiel dementsprechend knapp aus: Mit 15 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen entschieden die Stadträte, das Vorhaben zu prüfen.

„Eigentlich ist das Quatsch“, zitierte Katrin Kunert (Fraktion Linke/Grüne) aus den Fachausschüssen, die das Thema im Vorfeld beraten hatten. Autofahren erfordere generell ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Kunert kündigte an, dass ihre Fraktion dagegen stimmen werde. Auch andere Stadträte fanden, dass viele Menschen, die sich dort auskennen, wesentlich langsamer fahren würden als 30 Kilometer pro Stunde. Stattdessen könne das Schild suggerieren, dass die Autofahrer „so schnell“ dort fahren dürften, und so den gegenteiligen Effekt haben.

Arno Bausemer (AfD) hielt an dem Vorhaben fest und verteidigte es dagegen, dass es so wieder einen Schilderwald in Stendal geben könnte, den der Stadtrat zuvor hatte loswerden wollen. Es müsse kein Ende der 30er-Strecke ausgeschildert werden. „Das 30er-Schild wird durch den Kreisel aufgehoben.“ So gehe es nur um ein Schild 50 Meter vor dem Kreisverkehr an der Scharnhorststraße. Auch hielt Bausemer gegen das Argument, dass es dort keine Unfälle gegeben habe. Tatsächlich seien zwischen 2015 und 2020 dort 21 Unfälle vorgekommen, erklärte er. Eine AZ-Anfrage diesbezüglich bei der Polizei läuft.

Sowohl Kunert als auch Reiner Instenberg (SPD/FDP/Ortsteile) wiesen auf die dort vorhandene Gefahr für Radfahrer hin. „Es ist ein grottenschlechter Kreisel“, fand Instenberg. Dafür habe Stendal Talent. Vor Ort sei eine „ganz gefährliche Situation für Radfahrer“. Auch die Fußgänger müssten den Kreisverkehr an der Scharnhorststraße weitläufig umgehen. Um für diese Verkehrsteilnehmer eine Lösung zu finden, war er schließlich für die Prüfung.

Die AfD-Fraktion hatte zuvor ihren Antrag abgeändert. Ursprünglich forderte sie, einen Spiegel zur besseren Einsicht der Straßen anzubringen (AZ berichtete). Am Kreisel ist die Sicht in beide Richtungen schlecht, da ein Gebäude diese beeinträchtigt.

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