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Stendal: Plattenbau wird zwei Obergeschosse leichter

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Von: Stefan Hartmann

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SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik schaut zu, wie die erste Dachplatte vom Kran nach unten befördert wird.
SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik schaut zu, wie die erste Dachplatte vom Kran nach unten befördert wird. Der vorherige Rückbau einer Platte liegt mittlerweile neun Jahre zurück. © Hartmann, Stefan

Die SWG arbeitet an der Albert-Einstein-Straße. Zuerst wird das Dach, dann die oberen zwei Geschosse der Platte entfernt.

Stendal – Geizig will die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) nicht sein, verspricht deren Geschäftsführer Daniel Jircik während die ersten Bauteile des Plattenbaus an der Albert-Einstein-Straße abmontiert werden. Und zwar gleich aus zwei Gründen: Die Fördermittel für den Teilrückbau fallen relativ gering aus. Trotzdem sollen insgesamt fünf Häuser an der Straße in den kommenden Jahren ihre beiden oberen Geschosse verlieren – noch während die Mieter in den unteren dreien wohnen.

Das die kommenden zwei Monate für Bewohner anstrengend werden, sei der SWG bekannt. Wie genau die Mietminderung während dieser Phase aussehen soll, müsse noch geklärt werden. Aber: „Wir wollen nicht knickrig sein“, sagt Jircik. Sehr kurz sei darüber nachgedacht worden, die Leute für die Bauphase anderswo unterzubringen. Aber das sei schnell wieder verworfen worden. Grundlegendes Ziel der Maßnahme sei es schließlich nicht, Wohnraum zu reduzieren, sondern die Wohnqualität der Mieter zu erhöhen. Und ob die nach einem – wenn auch befristeten – Auszug zurückkehren, sei zweifelhaft.

Nicht nur mit dem Fehlen der oberen Geschosse wird sich der Anblick des Quartiers ändern. „Ich mag Platte, aber die Dächer sind Mist“, stellt Jircik dazu fest. Statt der bekannten Variante mit Innenentwässerung sollen Spitzdächer angebracht werden. Die seien nicht nur leichter instandzuhalten, sondern hätten auch optische Vorteile: „Dann sieht es nicht mehr aus wie Platte“, erläutert der Geschäftsführer. Wenn die Arbeiten erledigt sind, soll auch die Fassade ansprechend gestaltet werden. Auch ein Graffito, wie sie an mehreren Gebäuden der SWG zu finden sind, sei dabei denkbar.

Knapp zwei Monate sollen die Arbeiten am ersten Gebäude dauern. Im kommenden Jahr soll ein weiteres Gebäude dieselbe Kur erhalten. Die Planungen für die letzten drei Häuser der Reihe sind noch nicht ganz so weit fortgeschritten. Die Arbeiten sollen aber voraussichtlich 2024 in einem Rutsch erledigt werden. Ein paar Träumereien hat Jircik für das Quartier jedoch schon zu bieten. So sei darüber nachgedacht worden, einen Teil des Obergeschosses quasi als Turm stehenzulassen als weiteres Alleinstellungsmerkmal. Das Dach daneben könnte dann zu einer Dachterrasse umfunktioniert werden. Das, so betont er, sei jedoch bislang nur eine Idee und kein fester Plan. Sofern sich die Lage auf dem Baumarkt wieder beruhigt hat, könne auch über einen Neubau im Quartier, das dann den Namen „Neu Wahrburg“ oder „Wahrburg Ost“ tragen könnte, nachgedacht werden, so der SWG-Geschäftsführer.

600 000 Euro kostet der Rückbau pro Gebäude. Insgesamt drei Millionen Euro will die SWG damit in den Rückbau der fünf Plattenbauten bislang investieren. Pro Haus gibt es 100 000 Euro Fördergeld für das Projekt. sth

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