„Lernen durch Engagement“: Historische Persönlichkeiten mit privatem Bezug

Stendal: Pestalozzi-Schüler bringen Hinweis-Schild an Rosa-Luxemburg-Straße an

Jürgen Lenski, die Pestalozzi-Schüler Klaus Bartel, Leon Kaesler und Raiss Yassin sowie Tatjana von Katte und Ute Wernecke fanden sich an der Rosa-Luxemburg-Straße/Stadtseeallee ein, um ihr gemeinsames Werk anzusehen.
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Jürgen Lenski (l.), die Pestalozzi-Schüler Klaus Bartel, Leon Kaesler und Raiss Yassin sowie Tatjana von Katte und Ute Wernecke fanden sich an der Rosa-Luxemburg-Straße/Stadtseeallee ein, um ihr gemeinsames Werk anzusehen.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Schon vor etwa einem Jahr führten Schüler der neunten Klasse der Pestalozzischule im Rahmen des „Lernens durch Engagement“ ein Straßennamenprojekt durch. Dabei ging es im Besonderen darum, mehr über den Hintergrund von Straßennamen in Stendal zu erfahren. 

Stendal - Nun konnten die Schüler in der vergangenen Woche das Ergebnis ihrer Arbeit persönlich sehen.

Denn es wurde das erste von fünf Schildern in der Hansestadt an der Rosa-Luxemburg-Straße Ecke Stadtseeallee angebracht. Auf dem blauen Schild ist zu lesen, wann Rosa Luxemburg lebte und wer sie war. Einer der drei Schüler, die in Stendal wohnen und zu dem Anlass kommen konnten, berichtet der AZ von dem Projekt: Während mehrerer Deutsch-Stunden hatten sich die Schüler in Gruppen am Computer mit den Personen hinter den Straßennamen auseinandergesetzt, Informationen gesammelt und Ordner zusammengestellt. Dann hatten sie den anderen Schülergruppen ihre geschichtliche Persönlichkeit vorgestellt und die Informationen so runtergebrochen, dass sie auf das Schild passten.

„Uns war wichtig, dass die Straßennamen einen persönlichen Bezug zu den Schülern haben. Also sind es oft Straßen, in denen die Schüler leben“, berichtet Schulleiterin Ute Wernecke, die auch Deutsch-Lehrerin ist. Vorbild waren bereits vorhandene Zusatzschilder in der Stadt, aber auch in anderen Orten. „Es gibt Listen, aber ich bin auch viel bewusster durch andere Städte gegangen, wenn ich verreist bin.“

Ein Arbeiter der Stadt brachte das Erklärungsschild zu der Politikerin Rosa Luxemburg unter dem Straßennamen an.

Die Organisation und Koordinierung mit der Stadt übernahm Tatjana von Katte von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Altmark, die auch Schulbegleiterin für Service-Learning „Lernen durch Engagement“ ist. „Dabei geht es darum, sich in der Gesellschaft einzubringen, sich zu engagieren und handlungsorientiert zu lernen. Das Straßennamenprojekt ist sehr übersichtlich, vereint aber trotzdem alle Qualitätsmerkmale des Konzepts“, erklärt sie. Diese fünf Standards sind der reale Bedarf der Schüler, die Anbindung an den bestehenden Unterricht, die Reflexion der gemachten Erfahrungen, die aktive Teilnahme an allen Arbeitsschritten, das Engagement außerhalb der Schule sowie eine abschließende Anerkennung, wie sie am Donnerstag stattfand.

Außerdem beteiligt war die Altmärkische Bürgerstiftung der Hansestadt Stendal. Sie bietet für 100 Euro jedem Bürger, ein solches Schild für seine Straße der Wahl anfertigen zu lassen, wie Jürgen Lenski, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, zum Anlass der AZ berichtete. Insgesamt gebe es etwa 40 solcher Schilder in Stendal. Das erste Erklärungsschild der Stiftung wäre in Osterburg angebracht worden. Das Letzte vor drei Jahren an der Scharnhorststraße in Stendal. Lenski lobte den unermüdlichen Einsatz von Kattes. Noch vier weitere von den Schülern der Pestalozzischule beschriftete Schilder sollen in den nächsten Tagen ihren Platz in Stendal finden. Diese werden an der Albert-Einstein-Straße, der Max-Planck-Straße, der Juri-Gagarin-Straße und der Dr.-Kurt-Schuhmacher-Straße angebracht. Wichtig war allen Beteiligten auch, dass die Schilder möglichst viel gesehen werden. „Wir haben uns auf einem Stadtplan angeguckt, wo es am günstigsten wäre“, sagte Wernecke.

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