Stadt sieht vermehrte Falschparker auf Behindertenstellplätzen

„Parkbuchtfalle“ am Stendaler Marktplatz ärgert Gäste

Die Parkbuchten an der Nordseite des Marktplatzes.
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Die freie Stelle links vom Parkautomaten an der Nordseite des Stendaler Marktplatzes verwechselte ein Lübecker mit einer Parkbucht. Der Stadt wirft er vor, sie vorsätzlich nicht eindeutig zu kennzeichnen.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Es scheint nicht das erste Mal, dass Ortsunkundige am Stendaler Marktplatz auf einem vermeintlichen Parkplatz parken und dann ein Knöllchen kassieren.

Stendal - „Sieht so aus wie eine, ist aber keine, denn Stendal hat eigene Gesetze“, beschwert sich Wolfgang Kausch (81) aus Lübeck schriftlich über die „Parkbuchtfalle“ bei der Stadt und auch bei der AZ.

Kausch und seine Frau seien Ende September in der Stadt zu Besuch gewesen und hätten den langen Weg aus Lübeck noch ein zweites Mal auf sich genommen, um die vergessene Handtasche von Frau Kausch aus einem Café abzuholen. Aus seiner Sicht ordnungsgemäß stellte der Gast seinen Wagen links neben dem Ticketautomaten in eine Parkbucht an der Nordseite des Platzes ab und zog ein Ticket. Dabei handele es sich um das Stück zwischen den Parkbuchten und dem Automaten eigentlich nicht um einen weiteren Parkplatz. Obwohl es groß genug für ein weiteres Auto sei.

„Die Metallmarkierungen sind schwer zu erkennen. Das mag ja vielleicht dem Gesetz nach juristisch richtig sein, das sehe ich ein. Aber das sollten sie so machen, dass man das sieht“, erklärt der Lübecker der AZ verärgert. „Als Ortsfremder tappt man in diese Falle. So könnt ihr Ortsfremde nicht behandeln.“ Das sei doch keine Art und Weise, mit Gästen umzugehen.

Tricks wie in der DDR unterstellt

Laut Kausch kam im Nachhinein eine Anwohnerin auf das Paar zu und erklärte, dass Ortsfremde oft an dieser Stelle in die „Falle“ tappen würden. Diese „Parkbuchtfalle“ habe ihn stark an etwas anderes erinnert: „Solche Verkehrsfallen wurden schon sehr erfolgreich von der Volkspolizei der DDR auf den Transitstrecken aufgebaut. Setzen Sie hier eine Tradition erfolgreich fort?“, schreibt Kausch in seiner Beschwerde an die Stadt und unterstellt ihr, die Lücke vorsätzlich nicht ausreichend zu kennzeichnen.

Der AZ berichtet er mehr davon: Damals wurde Westmark an der Transitstrecke von Hamburg kassiert. „Das waren Lächerlichkeiten, auf die man gar nicht kommt. Eine reine Abkassiererei.“ Frau Kausch finde, die Stelle am Stendaler Marktplatz solle deutlicher markiert werden, und schlägt ein großes aufgemaltes Kreuz vor.

Eine AZ-Anfrage für eine Stellungnahme der Stadt dazu blieb bisher unbeantwortet. Stattdessen veröffentlichte die Stendaler Verwaltung noch am selben Tag eine Pressemitteilung über eine Zunahme des ordnungswidrigen Parkens auf Behindertenparkplätzen. Ob es einen Zusammenhang zu der Beschwerde und den immer wieder diskutierten Behindertenparkplätzen am Markt, von denen einer sich an besagter Nordseite befindet, gibt, ist nicht klar.

Stärkere Kontrollen geplant

„Allein im September 2021 stellten die Beschäftigten insgesamt 28 Verkehrsordnungswidrigkeiten auf Behindertenparkplätzen fest und es ist offenkundig, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist“, schreibt Pressesprecher Armin Fischbach. Ohne einen Nachweis, der zum Stehen auf einem solchen Platz berechtigt, müssten Falschparker mit einem Verwarngeld und Abschleppmaßnahmen mit den entsprechenden Kosten rechnen. Die Fahrzeuge könnten dann vom Schützenplatz abgeholt werden. Die Stadt kündigte an, die innerstädtischen Stellflächen verstärkt kontrollieren zu wollen. Die Behindertenparkplätze am Markt waren nicht zuletzt Thema Ende August, als nach langen Beschwerden diese umgebaut wurden. Zwei Stück soll es zu jeder Zeit dort geben, im Juni waren sie von einem Restaurant besetzt worden (AZ berichtete).

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