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Stendal: Nicht länger größter Auspendler-Landkreis

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Von: Stefan Hartmann

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Zahlreiche Menschen am Stendaler Bahnhof.
Nur noch rund 13 000 Menschen pendeln täglich zum Arbeiten aus dem Landkreis heraus. Weniger sind es aktuell nur noch in zwei Kreisen in Sachsen-Anhalt. © Hartmann, Stefan

Ein typischer Auspendler-Landkreis ist Stendal nicht mehr. Weiter verlassen mehr Menschen auf dem Weg zur Arbeit das Gebiet, als hereinzukommen. Im Landesvergleich überzeugt der Kreis.

Stendal – Für jeden Ort und jedes Gebiet gibt es eigene Vorurteile, die sich langsam darüber bilden. Eines über den Landkreis Stendal hat sich in den vergangenen Jahren jedoch umgekehrt: Dem Klischee zufolge müssen viele Stendaler den Landkreis verlassen, um außerhalb zu arbeiten. Mittlerweile stimmt das nicht mehr ohne Einschränkungen. Zwar pendeln noch immer knapp doppelt so viele Menschen aus dem Landkreis aus, wie täglich zum Arbeiten hereinkommen, dennoch reicht es für einen Platz auf dem Treppchen im Ländervergleich.

Vergleichsweise gering ist die Einpendlerquote: Stendal belegt im Land Sachsen-Anhalt den vorletzten Platz. 6046 Personen haben im Jahr 2021 täglich den Weg in den Landkreis gefunden, um ihrer täglichen Arbeit nachzugehen, obwohl sie in diesem nicht wohnen.

Ganz anders sieht es mittlerweile bei der Auspendlerquote aus. Im direkten Vergleich mit den Einpendlern ergibt sich zwar weiterhin ein negatives Saldo – 7202 Menschen mehr verlassen den Kreis, als in ihn hereinkommen – aber 13 248 Auspendler bedeuten einen Spitzenplatz in Sachsen-Anhalt. Nur zwei Landkreise haben weniger Auspendler. Damit erreicht Stendal quasi die Bronzemedaille, wie dem Regionalmonitor des Landkreises zu entnehmen ist.

Teilweise überschreiten Auspendler, um zu ihrem Beruf zu kommen, auch Landesgrenzen. Die meisten von ihnen, 2021 waren es 2461 am Tag, reisen nach Brandenburg. Die Plätze zwei und drei gehören Niedersachsen und Berlin mit 1835 und 645 Personen. Der größere Teil der Auspendler bleibt jedoch im Land. 2080 von ihnen fuhren täglich nach Salzwedel, 1608 in die Stadt Magdeburg.

Auf dem dritten Platz liegt der Landkreis Börde, der täglich von 1061 Personen als Arbeitsplatz aufgesucht worden ist.

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