Wasserversorgung soll ertüchtigt werden / Mobile Löschwasserentnahmestelle

Stendal: Neues Mittel gegen Waldbrände

Die neue mobile Löschwasserentnahmestelle wurde am Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Uchtetal präsentiert und übergeben.
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Die neue mobile Löschwasserentnahmestelle wurde am Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Uchtetal präsentiert und übergeben.

Stendal – „Bei einem Waldbrand verbraucht ein Fahrzeug rund 700 Liter Wasser pro Minute“, berichtet Martin Jurga, Stadtwehrleiter der Stendaler Feuerwehr.

Die neue mobile Löschwasserentnahmestelle, die gestern Vormittag an die Freiwillige Feuerwehr Uchtetal übergeben wurde, fasst gut fünf Kubikmeter Wasser –  und wäre damit in rund sieben Minuten leer. Diese zusätzliche gewonnene Zeit sei bei einem Waldbrand jedoch entscheidend.

Ein Problem, das mit den langen Trockenphasen in den vergangenen Jahren verstärkt wurde, sei die Wasserknappheit in Waldgebieten. Nicht immer befinden sich ausreichende Löschwasserstellen in der Nähe, was dazu führt, dass über längere Strecken Feuerwehrfahrzeuge im Pendelverkehr auftanken müssen, um weiterarbeiten zu können. Mit einer mobilen Löschwasserentnahmestelle kann jedoch ein Puffer eingerichtet werden, mit dem in kritischen Phasen die Arbeit ermöglicht wird. Die Handhabung sei dabei ganz einfach, wie Andreas Adam, Ansprechpartner der Freiwilligen Feuerwehr Uchtetal und Stellvertretender Wehrleiter in spe, erklärt.

Der große Behälter, der an einen Garten-Swimmingpool erinnert, wird in einer kleinen 50 mal 50 Zentimeter großen Tasche transportiert und bei Bedarf auf einer Plane ausgefaltet. Mit einer kleinen Pumpe wird der obere Rand aufgeblasen. Wenn dann Wasser eingefüllt wird, richtet er sich von alleine auf. „Man muss vielleicht ein wenig den Boden glatt ziehen, aber sonst geht das automatisch“, berichtet Adam. Innerhalb weniger Minuten ist das Gerät einsatzbereit und mit Wasser gefüllt. Im Idealfall solle dabei ein Wasserkreislauf entstehen. Während ein Fahrzeug Wasser entnimmt, könnte ein anderes den Behälter auffüllen, sodass ununterbrochen gelöscht werden kann.

„Jeder Cent, der in die Feuerwehr gesteckt wird, ist ein gut angelegter Cent“, sagte Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeldt. Das gelte insbesondere im Flächenland. Dr. Ralf-Peter Weber, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, stimmte dem zu. Es sei zwar nicht die oberste Priorität im Brandschutz, aber Ehrenamt solle auch Spaß machen. Mit altem oder sogar veraltetem Gerät sei das nicht immer so. Dem Land sei es außerdem bekannt, dass es Bereiche im Wald gebe, deren Löschwasserversorgung ausgebaut werden müsse. „Die müssen in den kommenden Jahren ertüchtigt werden.“

Kleefeldt sicherte dabei die finanzielle Unterstützung der Hansestadt zu. „Am Geld wird es nicht scheitern“, und frotzelte weiter: „In einer gut verwalteten Kommune hat man auch Geld.“ Bilder von Waldbränden wie in Kalifornien wolle er im Stadtgebiet nicht sehen müssen.

Die mobile Löschwasserentnahmestelle ist die erste ihrer Art, die in der Hansestadt eingesetzt wird. Die Kosten von knapp 1100 Euro trägt das Land Sachsen-Anhalt. Nach Informationen des Betreuungsforstamtes Letzlingen, das das Gerät in einem Leihvertrag an die Feuerwehr Uchtspringe übergeben hat, ist die Zahl der Waldbrände in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Allerdings habe sich die jeweilige Brandfläche erhöht. 2018 kam es zu zwölf Feuern mit insgesamt 4,26 Hektar Brandfläche, 2019 waren es sechs mit 4,02 Hektar. 2020 fanden bisher erst drei Brände mit einer Fläche von insgesamt 0,24 Hektar statt. VON STEFAN HARTMANN

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