Noch-Innenminister zu Gast

Stendal: Neues Lage- und Führungszentrum – „Milan 1“ funkt zum letzten Mal

Mit neuem Gerät ist die Polizei Inspektion Stendal auf ihre Aufgaben vorbereitet.
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Mit neuem Gerät ist die Polizei Inspektion Stendal auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Stendal – „Milan 1 ruft . . . “ beginnt Sachsen-Anhalts Noch-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) seinen Funkruf im neu eingerichteten Lage- und Führungszentrum (LFZ) der Polizeiinspektion (PI) Stendal – und erhält keine Antwort.

Es war wohl sein letzter Termin bevor er von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) aus seinem Amt entlassen wurde. Beim zweiten Versuch melden sich dann alle Angefunkten und lassen sich vom Innenminister Dank für ihre Arbeit bestellen sowie eine schöne Adventszeit wünschen. Der ungewöhnliche Rufname „Milan“ steht für das Ministerium, erläutert einer der Anwesenden bei der feierlichen Inbetriebnahme des Lagezentrums. Den zu hören sei äußert ungewöhnlich, möglicherweise sei das der Grund für den ersten Fehlversuch, wird gescherzt. Vermutlich sei jedoch einfach die Funktaste nicht korrekt gedrückt worden.

Mehr als zwei Millionen Euro sind in die neue Ausstattung der PI gesteckt worden. Rund eine Million Euro in die bauliche und rund 1,2 Millionen in die technische Aufrüstung. „Wir sind die erste PI in Sachsen-Anhalt, die auf Voice over IP umgestellt hat“, berichtet Polizeihauptkommissar Daniel Wuwer von der Polizei Inspektion Zentrale Dienste, der für den Bereich Technik verantwortlich ist. Damit sei der Notruf von ISDN auf IP umgestellt worden. Auch bundesweit sei das neue Lagezentrum damit Spitzenreiter: Nur die PI München habe vorher umgestellt. In den kommenden Wochen soll der Wechsel auch in den restlichen Inspektionen des Landes vollzogen werden. Damit habe Sachsen-Anhalt die Chance als erstes Bundesland komplett umgestellt zu sein.

Abgeschlossen sind die Änderungen jedoch noch nicht: Im kommenden Jahr soll eine Funktion eingerichtet werden, die es ermöglicht Personen, die über Mobiltelefon anrufen direkt geortet werden können. Gerade bei Personen, die sich beispielsweise beim Pilze sammeln im Wald verirrt haben, sei das in einem Flächengebiet wie der Altmark von unschätzbarem Wert.

Auch ein neuer Raum zur Koordinierung großer Einsatzlagen wurde eingerichtet. Dieser soll im Bedarfsfall mit der Kommandozentrale des Katastrophenschutzes des Landkreises Stendal zusammenarbeiten. Dafür werde aktuell noch an den Schnittstellen gearbeitet. Dabei geht es unter anderem um den Datenschutz. Krankheitsbilder, die für den Rettungsdienst wichtig sind, dürfen der Polizei nicht zugängig gemacht werden. Andersherum darf der Rettungsdienst gewisse persönliche Daten nicht von der Polizei einsehen können.

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