1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Stendal

Neue Grundschule: Arbeiter in Stendal sitzen nicht länger nach

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marco Hertzfeld

Kommentare

Am Haferbreiter Weg in Stendal entsteht die neue Grundschule.
Die neue Grundschule kann bereits beeindrucken. Der Schlamm im Umfeld wird auch verschwinden. © Marco Hertzfeld

Die Bauarbeiter am Haferbreiter Weg müssen offenbar nicht länger nachsitzen. Die neue Grundschule in Stendal soll im Spätsommer 2022 starten.

Stendal – Ganz offenbar müssen die Arbeiter an der Haferbreite nicht weiter nachsitzen. Nach einigem Hin und Her am Anfang und Verzögerungen soll die Grundschule tatsächlich Ende Mai fertig sein. Zumindest sieht dies der jüngst aktualisierte Bauzeitplan so vor. „Danach wird noch die Möblierung sowie die Einrichtung durch die Lehrerschaft stattfinden“, teilt Rathaussprecherin Susanne Hellmuth in dieser Woche auf AZ-Nachfrage mit. „Der Schulbetrieb soll zum Schuljahreswechsel, nach den Sommerferien“, aufgenommen werden.“ Und natürlich, der neuen Bildungsstätte in Stendal fehlt noch ein Name. Die Verwaltung haben bereits Vorschläge erreicht, welche, sagt Hellmuth nicht.

Kommune sieht Projekt in der Spur

Der eine oder andere mögliche Name kursiert bereits. So hat die Gruppe „Herz statt Hetze“ Irina Korschunow, eine Buchautorin, ins Gespräch gebracht. Die Tochter einer Deutschen und eines Russen war 1925 in Stendal geboren worden. Großartig bekannt scheint dies in der Altmarkstadt nicht zu sein. Sylvia Gohsrich, Mitglied der Gruppe, möchte die Initiative als „erste, vage Idee“ und nicht als „offiziellen Vorschlag“ verstanden wissen. Die Meinungsbildung sei noch nicht abgeschlossen, Corona erschwere nun einmal Treffen und auch weitere Recherche zur Autorin, sagt sie der AZ.

Kostenplan liegt bei 7,3 Millionen Euro

Der erste Schultag nach den Sommerferien 2022 ist der 25. August, ein Donnerstag. „Die Verwaltung betrachtet die Namensgebung aus rein praktischen Erwägungen als dringlich“, betont Hellmuth. Wenn der Stadtrat im ersten Quartal 2022, also in den ersten drei Monaten, den Namen beschlösse, hätten Bauamt und Architekten schlichtweg noch etwas Zeit, „um eine passende und ansehnliche Beschilderung des Hauses zu veranlassen“. Die nächsten Wochen und Monate scheint die halbe Altmark auf der Suche. Die Gymnasien Winckelmann und Hildebrand in Stendal könnten unter neuem Namen fusionieren und die Ganztagsgrundschule dort soll nicht mehr ohne Namen dastehen.

Namensvorschläge können zuerst aus der Schule kommen. Aber auch Stadtrat und Verwaltung können Vorschläge machen. Die Stadtsprecherin umreißt das Prozedere weiter: „Der Stadtrat beschließt den Schulnamen im Einvernehmen mit der Gesamtkonferenz der Schule und dem Landesschulamt. Einvernehmen heißt, dass beide zustimmen müssen. Stimmt einer nicht zu, wird der Stadtratsbeschluss nicht wirksam und es muss ein neuer Name gefunden und abgestimmt werden.“ Um das ganze Verfahren ein Stück weit zu vereinfachen, biete sich an, dass dem Stadtrat ein Vorschlag vorgelegt werde, dem die Gesamtkonferenz und das Schulamt schon zugestimmt haben.

Mit dem Bau des neuen Standorts sind die Tage der Grundschule „Petrikirchhof“ im Zentrum gezählt. Zunächst beschäftigt sich im Moment die Gesamtkonferenz mit dem Thema Namensfindung. Wer es nicht weiß: In einer Gesamtkonferenz sitzen Lehrer sowie Eltern- und Schülervertreter. „Dort wird sicher ein schöner Name gefunden“, heißt es weiter aus dem Büro des Oberbürgermeisters nach Rücksprache mit den Fachämtern. Der neue Komplex am Haferbreiter Weg soll einmal 150 Schülern und 120 Hortkindern Platz bieten. Im September 2020 hatten erste Arbeiten so richtig begonnen. Knapp drei Jahre Vorbereitung lagen da bereits hinter allen Beteiligten aus Politik und Verwaltung.

Dass sich Stendal einen millionenschweren Neubau leistet, war nicht ganz unumstritten. Zur Erinnerung: In den politischen Gremien der Hansestadt wurde kräftig diskutiert, das liebe Geld spielte dabei eine zentrale Rolle. Lange Zeit war die Rede von 5,3 Millionen Euro. Inwieweit die Kosten für das kommunale Bauprojekt von Beginn an zu niedrig angesetzt waren, lässt sich für Außenstehende nach wie vor nur schwer sagen. Das Bauamt rechnete zuletzt jedenfalls mit Ausgaben von mehr als sieben Millionen Euro. Die Stadtsprecherin auf AZ-Nachfrage aktuell: „Der beschlossene Gesamtkostenrahmen von rund 7,3 Millionen Euro wird nach dem bisherigen Stand eingehalten.“

Auch interessant

Kommentare