Aktivisten ziehen wieder los

Stendal: Nach Netzstreik geht Fridays for Future am Freitag wieder auf die Straße

Die Gruppe Fridays for Future Stendal hat zum Netzstreik am 24. April mehrere Collagen mit Bildern der Teilnehmer zusammengestellt.
+
Die Gruppe Fridays for Future Stendal hat zum Netzstreik am 24. April mehrere Collagen mit Bildern der Teilnehmer zusammengestellt.

Stendal – Die angekündigte Fahrraddemo zur „Fairkehrswende“, die die örtliche Fridays for Future Gruppe für den 24. April geplant hatte, musste wegen der Corona-Krise ausfallen.

Untätig wollten die Aktivisten jedoch nicht sein und schlossen sich deshalb dem internationalen Netzstreik der Bewegung an.

„Das lief alles eher spontan ab“, erklärt Isabella Lang von der Stendaler Ortsgruppe. Das liege auch daran, dass sich viele Faktoren kurzfristig wieder geändert hätten. Dabei hätten sie sich auch stärker an den internationalen Planungen orientiert, als sich auf ihre eigentlich geplante Fahrraddemo zu versteifen. „Dafür, dass alles sehr kurzfristig war, ist es sehr gut gelungen“, bewertet Lang die Aktion als Erfolg.

Wichtig war es ihnen, vor allem Präsenz zu zeigen, weshalb die Gruppe dazu aufgefordert hatte, Streikbilder zu posten, die dann in einer Collage zusammengestellt wurden. Dabei wurde auch eine Schnittstelle in den realen Raum gefunden, ohne jemanden zu gefährden, wie Lang betont. Denn mehrere Teilnehmer des Netzstreikes hängten ihre Banner und Poster aus Fenstern und von Balkonen, um den Stendalern zu zeigen, dass die Klimakrise keine Corona-Pause mache.

Gleichzeitig wurden Webinare beworben, um sich von zuhause aus weiter über das Klima fortzubilden. Bisher hat die Stendaler Gruppe nur auf das Angebot aufmerksam gemacht. Geplant sei jedoch selbst auch eins zum Thema Psychologie anzubieten.

Mit den Erleichterungen der Eindämmungsverordnung sind auch Demonstrationen, unter strengen Auflagen, wieder möglich geworden. Um ihr Thema zur Stendaler Verkehrswende, das online in den Hintergrund gerückt war, stärker zu platzieren lädt die Gruppe deshalb am morgigen Freitag, 8. Mai um 14 Uhr vor das Rathaus ein. „Wir wollen nicht von Corona ablenken“, erklärt Lang. Unter dem Thema „Fight every Crisis“, bekämpfe jede Krise, wollen sie mit Plakaten und Bannern, die sie bereits erhalten haben, auf den Klimawandel hinweisen.

Interessierte sind dazu eingeladen ihre eigenen Plakate am Freitag beizusteuern. Wer das tun möchte, wird gebeten sich an die bestehenden Regelungen der Eindämmungsverordnung zu halten. „Es ist wieder an der Zeit, mehr den Fokus auf den Klimaschutz zu legen“, erläutert Lang. Zum empfundenen Normalzustand des Klimas könne die Welt nicht mehr zurückkehren. Jedoch biete sich der Gesellschaft die Chance, eine Welt aufzubauen, die anders aussieht als vor der Corona-Krise.

VON STEFAN HARTMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare