Neubau für fünf bis sieben Millionen Euro geplant

Stendal: Magdeburger Brücke hat ausgedient

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Täglich rollen Züge unter der Magdeburger Brücke durch. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die Arbeiten, die voraussichtlich zwei Jahre dauern, werden erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben.

Stendal – Noch rollen mehrfach täglich Züge unter ihr hindurch, doch die Tage der alten Magdeburger Eisenbahnbrücke sind gezählt.

Der bauliche Zustand des Bauwerks entspreche im Hinblick auf den Ausbau der Amerika-Linie nicht mehr den Anforderungen und müsse verbreitert werden, erklärt Armin Fischbach im Namen der Stadtverwaltung. Ein Neubau soll her. Das wird nicht billig. Zwar gibt es noch keinen genauen Kostenplan, doch die Verwaltung geht derzeit von fünf bis sieben Millionen Euro aus.

Wann der Startschuss für das Großprojekt fällt, ist noch unklar. „Als sehr groben Zeitplan für die Bauarbeiten kann aktuell nur 2022/2023 genannt werden“, erklärt Fischbach. Entscheidend sei die noch ausstehende Feststellung der Sperrzeiten, die für bestimmte Teile der Baumaßnahme erforderlich sind. Diese sei dann für die Umsetzung des Vorhabens bindend.

Die Brücke stammt aus dem Jahr 1976 und wurde Mitte der 90er Jahre erstmalig verbreitert. Als Hauptverkehrsstraße verbindet sie Magdeburger und Lüderitzer Straße. Eine Vollsperrung im Rahmen des Neubaus dürfte erhebliche Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr haben. „Derzeit gehen wir von einer Sperrzeit von zwei Jahren aus“, ergänzt Philipp Krüger die Ausführungen seines Kollegen. „Wir hoffen natürlich, dass die Arbeiten erst nach dem Sachsen-Anhalt-Tag aufgenommen werden“, sagt er der AZ. Ob alle Fahrspuren während der Arbeiten durchgängig oder nur teilweise gesperrt sein werden, ist noch unklar.

Der Brückenneubau unterliegt dem Eisenbahnkreuzungsrecht. Den Löwenanteil der Kosten übernimmt damit die Deutsche Bahn. Für die Tilgung weiterer Kosten ist die Hansestadt Stendal zuständig, man werde aus jetziger Sicht aber wohl eine Förderung in Anspruch nehmen, erklärt Fischbach.

Da die Hansestadt Baulastträger und somit zuständig für die Verkehrssicherungspflicht ist, wird sie auch für die Umsetzung der Maßnahme verantwortlich sein, das heißt von der Planung über die Abwicklung des Planfeststellungsverfahrens bis hin zur baulichen Umsetzung und Abwicklung der Kostenbeteiligung durch die Bahngesellschaft. „Dies wird mit einer besonderen Herausforderung für die Verwaltung verbunden sein“, nimmt der Rathaus-Sprecher kein Blatt vor den Mund.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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