Sauberkeit und Ordnung / Orte, um Zeit draußen zu verbringen

Stendal: Jugend wünscht sich moderne Stadt

Eine Baulücke in Stendal ist mit einem Graffito verziert.
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An vielen aber nicht allen Stellen in Stendal sind die Baulücken bereits geschlossen oder mit Graffiti, wie an der Hallstraße, aufgewertet worden.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Die Beteiligungsfrist für das Stadtentwicklungskonzept ist abgelaufen. Um Jugendlichen eine einfache Möglichkeit mitzumachen, zu bieten, hatte Kinderstärken eine Online-Option geschaffen. 

Stendal – Die Zeit zur öffentlichen Beteiligung am Stadtentwicklungskonzept ist abgelaufen. Damit auch Kinder und Jugendliche eine unkomplizierte Möglichkeit haben, etwas dazu zu sagen, hat der Verein Kinderstärken unter der Federführung von Janine Kaminski eine kleine Online-Plattform eingerichtet (AZ berichtete).

Einige der genannten Themen sind auch schon in einer ähnlichen Form im Stadtentwicklungskonzept aufgetaucht. Häufig genannt wurden unter anderem Ideen, die Kaminski den Themen Umwelt, Sicherheit, Radwege, Stadtgestaltung und der Belebung der Innenstadt zuordnen lassen. So wünschen sich die Jugendlichen nicht nur bessere Verkehrskontrollen in Spielstraßen, sondern auch eine Beseitigung der Baulücken, der Sanierung von älteren Häusern sowie neue und weitere Läden, in den Jugendliche einkaufen können. Während sich ersteres recht leicht dem Punkt „Sicherheit“ in Stadtentwicklungskonzept zuordnen lasse, sei es bei dem anderen schwieriger. Die Stadt eröffne schließlich keine Geschäfte, gibt Kaminski zu bedenken. Dennoch sei es wichtig, derartige Anregung zu erfassen. „Das kann man bei der Stadtentwicklung im Hinterkopf behalten“, erklärt die Projektkoordinatorin. Das gelte auch für mögliche Reizthemen, wie die von Jugendlichen angesprochene Neugestaltung des Marktplatzes. „Das ist natürlich schwierig“, stellt Kaminski fest. Schließlich ist dieser erst vor wenigen Jahren für viel Geld neu gestaltet worden. Aber dennoch könne dem Wunsch nach Beschattung und weiteren Grünflächen in Zukunft möglicherweise nachgekommen werden. Das könnte beispielsweise in ohnehin notwendige Maßnahmen, wenn beispielsweise eine Laterne erneuert werden müsse, integriert werden.

Ebenfalls gewünscht werden mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche. Diese sollten nicht nur innen, wie beispielsweise in Jugendclubs, sondern auch draußen verbessert werden. Zwar gebe es bereits einige Möglichkeiten, um sich an der frischen Luft hinzusetzen, jedoch fehle diesen oft ein Dach, das vor schlechtem Wetter schützt, erläutert Kaminski. Stattdessen nutzten Jugendliche öfter überdachte Bushaltestellen, was bei der älteren Bevölkerung jedoch nicht immer auf Gegenliebe stoße.

Mit dem Ende der Auslegung des Stadtentwicklungskonzeptes könne und dürfe es mit der Beteiligung jedoch noch nicht vorbei sein. Während sie, mit den Überdachten Sitzungsmöglichkeiten, bereits eine konkrete Möglichkeit im Kopf habe, müsse bei den Jugendlichen jedoch nachgefragt werden, ob sie das mit ihren Anregungen auch so vermitteln wollten.

Wie viele Jugendliche erreicht wurden, könne jedoch trotz der transparenten öffentlichen Einsehbarkeit nur mit Einschränkungen gesagt werden. Zehn einzelne Ideen wurden eingetragen, stellt Kaminski fest. Da dies anonym passierte ist es möglich, dass eine Person auch zwei oder mehr Vorschläge abgegeben hat. „Über eine Kooperation wurde eine Schule beteiligt“, erklärt Kaminski. Darüber hätten dann weitere rund 70 Personen Ideen mit eingebracht. Das sei ein absoluter Erfolg, gerade in Anbetracht der recht kurzen Beteiligungszeit von zwei Wochen. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel in so kurzer Zeit zusammenkommt“, sagt Kaminski auf AZ-Nachfrage. Trotz dieses Erfolges sei dies ein Punkt an dem noch einmal gedreht werden müsse. Zwei Einrichtungen, die ebenfalls mitmachen wollten, hätten die kurze Frist bemängelt. Im Idealfall sollte die Beteiligung auch nicht nur über Eingaben erfolgen, sondern auch in Workshops gemeinsam erarbeitet werden. Jedoch sei Kinderstärken froh, trotz der Kurzfristigkeit noch eine Möglichkeit gefunden zu haben, Kindern und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen.

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