Mittagstisch bleibt fast leer

Stendal: Nur jüngere Hildebrand-Gymnasiasten bekommen Essen

Container auf der Rückseite des Hildebrand-Gymnasiums sind vor Kurzem aufgestellt worden. Sie bescheren dem Lernort während der Bauzeit zusätzliche Räume.
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Container auf der Rückseite des Hildebrand-Gymnasiums sind vor Kurzem aufgestellt worden. Sie bescheren dem Lernort während der Bauzeit zusätzliche Räume.

Stendal – Der Mittagstisch im Stendaler Hildebrand-Gymnasium steht auf dünnen Beinen. Wegen der umfangreichen Bauarbeiten könne die Essensversorgung im ersten Schulhalbjahr „nicht im gewohnten Umfang sichergestellt“ werden, redet ein Kreissprecher erst gar nicht um den heißen Brei herum und bestätigt entsprechende Elternhinweise an die AZ.

Das Problem solle mit Beginn des Jahres 2021 gelöst und der Speiseraum wieder nutzbar sein.

Wenn denn die Arbeiter planmäßig vorankämen. Zumindest für die fünften und sechsten Klassen scheint ein Provisorium gefunden. Die Catering-Firma habe angeboten, in begrenztem Umfang Assietten auszuliefern.

Die Schule, der Landkreis als Schulträger, der Schulelternrat und der Caterer hätten gemeinsam nach einer zeitnahen Übergangslösung gesucht, die zumindest diesen jüngeren Gymnasiasten das Schulessen ermögliche. Die Schule könne somit die Speisen auch in kleineren Gruppen und gegebenenfalls in wechselnden Räumlichkeiten ausgeben. Eine genaue Verfahrensweise sollte noch geklärt werden. Eltern der Schüler beider Klassenstufen konnten sich Anfang der Woche mit dem Essensanbieter in Verbindung setzen. Die Coronaregeln dürften die Organisation auch nicht unbedingt einfacher machen.

Im Landkreis Stendal sollen wieder mehr Schüler am Mittagstisch sitzen. Die Initiative aus dem Fachausschuss des Kreistages startete schon vor der Coronazeit.

Der Landkreis will den mehr als 100 Jahre alten Komplex am Mönchskirchhof schon seit geraumer Zeit sanieren. Nach einigem Hin und Her kam im September 2019 endgültig grünes Licht aus Magdeburg. Die Herausforderung, Bauarbeiten während des laufenden Schulbetriebs zu erledigen, dürfte lange bekannt sein. Der Essensanbieter habe „keinen Anteil an der aktuellen Situation“, insofern bestehe schon gar kein Grund, über einen Wechsel nachzudenken. Und überhaupt: „Diese Leistung ist auch keine Pflichtaufgabe der Verwaltung, der Landkreis ist nicht Auftraggeber für den Essensanbieter“, erläutert der Kreissprecher.

Das Schulessen werde „in enger Abstimmung zwischen Schule, Schulelternrat und Träger“ organisiert, was so auch für andere Lernorte gelten dürfte. Der Landkreis könne nicht eigenständig Veränderung vornehmen. Aufgaben und Grenzen der Verwaltung sind das eine, politische Ambitionen das andere. Nur zur Erinnerung: Der Mittagstisch der Schüler soll attraktiver und vor allem gesünder werden. Das hat sich nicht zuletzt der Kreisschulausschuss auf die Fahne geschrieben (die AZ berichtete). Aktuell nehmen vielleicht 20 Prozent der Schüler aller Gymnasien im Landkreis Stendal an der Schulspeisung teil.

Seit März laufen die Bauarbeiten. Der Seitenflügel ist freigeräumt. Heizung und Elektroanlagen sind ausgebaut. Weiterhin wurden laut Kreissprecher Edgar Kraul die Fundamente freigelegt, um die Abdichtung und Dämmung im Erdbereich einbauen zu können. Weil einige Zimmer nicht genutzt werden können, hat der Landkreis Raumcontainer aufstellen lassen. Aktuell geht es auch um Pfähle für die Gründung des Aufzugs im Gebäude, danach können im Keller die Bodenplatten gesetzt werden. Im Frühjahr übernächsten Jahres sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Das Gebäude ist denkmalgeschützt, auch das will bedacht sein. Der Landkreis investiert circa 5,4 Millionen Euro in das Gymnasium mit annähernd 500 Schülern. Für die sogenannte energetische und die allgemeine Sanierung des Objektes fließt in erheblichem Maße Fördergeld. Die Arbeiten sind, wie schon berichtet, in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt umfasst im Wesentlichen den Seitenflügel sowie Dach und Fassade des gesamten Gebäudes und reicht bis in den Februar 2021. Der zweite Bauabschnitt betrifft vor allem den Hauptflügel und den WC-Trakt, er soll im Februar 2022 beendet sein. VON MARCO HERTZFELD 

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